Es ist wohl eine der lässigsten Arten in die Ferien zu gleiten: sich mit einem kühlen Getränk auf den Werstener Deckel zu setzen und mit Bekannten und Freunden ein wenig zu plauschen. Die Werbegemeinschaft „Wir in Wersten“ hatte am Wochenende zum 4. Bier-Deckel-Treffen geladen.

Und ab dem späteren Freitagnachmittag kamen Werstenerinnen und Werstener zu einem kleinen Umtrunk zusammen, eben auf dem Deckel, wie eigentlich alle im Stadtteil den Tunnel über der A46 nennen. Auf der Rasenfläche zwischen Nixenstraße und Werstener Dorfstraße ist ein Bierstand aufgebaut, es laden Liegestühle und Stehtische zum Verweilen ein und ein DJ sorgt für rhythmische Untermalung.

Der Bierdeckel-Treff bildet den Auftakt zum Werstener Heimatsommer. Entstanden sei die Idee und das Wortspiel mit dem Namen an einem Glühweinstand, so erzählt man es sich. Beim Bierdeckel-Treff im Hochsommer gibt es aber selbstredend nicht das Warmgetränk, sondern ein kühles Hopfengebräu.

Wie jedes Jahr ist die Werbegemeinschaft vorab auf die Suche gegangen nach einem Bier, das man hier noch nicht kennt. Fündig geworden ist man dieses Mal in einer Brauerei in Kamp-Lintfort, die unter anderem sowohl ein Helles als auch ein Alt anbietet. Das Unternehmen ist noch recht jung und braut erst seit 2012.

Beim Namen verbietet sich aber jedes weitere Wortspiel: Das Bier heißt Geilings Bräu und die Altbier-Variante schmeckt durchaus gut. Es ist nicht zu herb, erinnert ein bisschen an die süßeren Düsseldorfer Alt-Biere. Dirk Rauchmann von der „Wäschte 161 Kultur Bud“ befindet: „Das kann man trinken.“ Und über Geschmack lässt sich sowieso schlecht streiten. Die einen nennen es „hopfig“ mit angenehmer Bitter-Note, andere wollen einen leichten Maracuja-Abgang herausgeschmeckt haben. Verkauft wird es für vier Euro die 0,5-Liter-Flasche. Viele kommen vorbei und greifen zu. Spätestens geleert musste alles um 22 Uhr sein. Mit Rücksicht auf das Ruhebedürfnis der Nachbarn war dann pünktlich Schluss und die Musik aus. Am Samstag ging es dann weiter.

Neben den Getränken gab es auch kulinarische Köstlichkeiten wie die „Dicke Fritte“ und heiße Würstchen im Brötchen, also Hot Dogs. Denn Grillen durfte die Werbegemeinschaft nicht. Das war von Amts wegen untersagt worden. Natürlich wohl zu Recht, meinte auch Rauchmann mit Blick auf den Rasen, der braun verbrannt und vermutlich leicht entflammbar ist.

Der zweite Tag ist beim Bierdeckel stets der Familiennachmittag. Dafür hatte die Gemeinschaft für die kleineren Deckelbesucherinnen und -besucher den Mitmachzirkus Düsseldorf gewinnen können. Dessen Angebot wurde viel genutzt. Bier gab es auch noch, aber von den bevorrateten rund 600 Flaschen Geilings Bräu waren zu dem Zeitpunkt die meisten schon vergriffen.

Der zweite Teil des Werstener Heimatsommers erfolgt am 22. August. Dann lädt die Gemeinschaft ein zu „Klassik am See“. Am Angler-See kann man eine Bierbank-Garnitur buchen oder sich einen Platz für die eigene Picknick-Decke reservieren. Dann werden klassische Klänge direkt von einer Plattform auf dem See ans Ufer übertragen. Los geht es um 18.30 Uhr. Tickets und Infos unter: www.wersten.de.