Wunschkandidat des DFB
Klopps schwärzester Tag in Dortmund
Aktualisiert am 19.07.2026 – 16:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Jürgen Kopp als BVB-Trainer (Archivbild): Nicht alles lief gut. (Quelle: De Fodi/imago-images-bilder)
Vorlesen
Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00
1x
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
In Klopps erster BVB-Saison gab es einen Nachmittag, der das Westfalenstadion verstummen ließ. Ausgerechnet gegen Bayern geriet Dortmund 2009 unter die Räder.
Ganz Fußball-Deutschland diskutiert in diesen Tagen über einen Mann: Jürgen Klopp. Nach dem WM-Debakel gegen Paraguay hat Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärt – und Klopp gilt seit mehr als zwei Wochen als Wunschlösung des DFB.
Am Sonntag melden Pay-TV-Sender Sky und die „Bild“-Zeitung übereinstimmend: Der 59-Jährige habe sie mit dem Verband über eine Zusammenarbeit geeinigt, Klopp soll einen Vertrag bis einschließlich der WM 2030 unterschreiben. Eine offizielle Bestätigung durch den Deutschen Fußball-Bund steht noch aus.
In Dortmund weckte bereits die Debatte Erinnerungen. An zwei Meisterschaften, ein Double, an sieben Jahre, die den BVB neu erfanden. Doch wer Klopps Dortmunder Zeit wirklich kennt, weiß: Sie begann nicht mit Titeln. Sondern mit einem Nachmittag, der zu den schwärzesten der Vereinsgeschichte zählt.
- Spielplan steht: BVB startet mit Topspiel gegen den HSV
Als das Westfalenstadion verstummte
Es ist der 12. September 2009, 5. Spieltag, 80.522 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park. Und zunächst läuft alles nach Plan: Ein 20-jähriger Abwehrspieler namens Mats Hummels köpft den BVB nach zehn Minuten in Führung – ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein Bayern München.
Dann kippt das Spiel. Mario Gómez gleicht noch vor der Pause aus, danach zerlegen die Münchner den BVB regelrecht. Bastian Schweinsteiger trifft, Franck Ribéry zirkelt einen Freistoß in den Winkel – und ein zur Halbzeit eingewechselter Youngster erzielt seine ersten beiden Bundesligatore überhaupt: Thomas Müller, der am nächsten Tag 20 Jahre alt wird. Endstand: 1:5. Der „kicker „attestierte den Dortmundern damals „Probleme an allen Ecken und Enden“.
Aus der Krise wurde eine Ära
Klopp reagierte auf seine Art: Er zog die Mannschaft zur Klausur ins Sporthotel Klosterpforte bei Marienfeld zusammen. Kurzfristig half auch das nicht – am 7. Spieltag stand der BVB auf Platz 15. Doch dann begann die Aufholjagd: Dortmund beendete die Saison als Fünfter, die beste Platzierung seit sechs Jahren.
Was folgte, ist Fußballgeschichte: 2011 die Meisterschaft, 2012 das Double aus Meisterschaft und Pokal. Aus der Mannschaft, die an jenem Septembertag unterging, wurden Nationalspieler und Titelträger. Und aus Klopp der nächste Nationaltrainer?

