Die Parkplatzsuche am Ophover Weiher in Wegberg gestaltete sich schwierig. Denn wer dort am Wochenende sein Auto abstellen wollte, hatte ein ganz bestimmtes Ziel – schließlich fand am 17. und 18. Juli das diesjährige Motte-Festival statt, organisiert vom Kultur pur Wegberg e.V. Jung und Alt machten sich gemeinsam auf den Weg zum Festivalgelände am Weiher, mit eingehakten Armen und passender Rockfestival-Kleidung waren die Besucherinnen und Besucher schon in der Stadt zu erkennen.
Einige haben sich auch mit dem Rad auf den Weg gemacht, wie auch Jürgen Lünser vom Organisations-Team der Motte bemerkte. „Wir haben auch noch mehr Stellplätze für die Fahrräder organisiert heute, die Leute strömen nach und nach herein. Es gibt so eine gewisse Fluktuation: Manche gehen, dafür kommen wieder andere“, blickte er auf das große Interesse auch in diesem Jahr. „Über die zwei Tage verteilt kann man mit bis zu 1200 Menschen rechnen“, schätzte Lünser.
Gemeinsam mit seiner Kollegin Birgit Ingmanns ist er unter anderem für die Organisation der Bands verantwortlich. In diesem Jahr haben die beiden für ein besonderes Highlight gesorgt, schließlich kam die Jürgen Zeltinger Band zu einem „Revival“ nach Wegberg, ehe es für die Gruppe weiter zum Wacken-Festival geht. „Die Motte wurde ja Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre regelmäßig vom SC Wegberg organisiert, damals kamen hier große Namen, wie beispielsweise Zeltinger“, wusste Lünser.
„Wir als Musiker hatten dann vor fünf, sechs Jahren die Idee, dass wir hier einfach noch mal ein Open-Air-Festival machen, bei dem wir selbst spielen. Zunächst war es nur der Samstag, dann kam der Freitag hinzu, und seitdem hat sich das etabliert“, erinnerte er sich an die Neu-Anfänge des beliebten Festivals. Das sei auch durch die Unterstützung der Stadt Wegberg möglich, mit der besonders der 1. Vorsitzende Mario Kempf im Austausch steht. In diesem Zuge wurde auch der Kultur pur Wegberg e.V. gegründet, „um eben das hier machen zu können“, fügte Lünser an.
Dafür spielte in diesem Jahr auch das Wetter mit, das den Besuchern und auch den Bands gefallen haben dürfte. Dazu gehörten am Freitag unter anderem die Metal-Band „Töricht“, die „Heiermann Hunters“, „Supernatural plays Santana“ und „Ghettofish“ aus Wegberg selbst. Am Samstag boten die „Texas Playboys“, „Revolt Inc.“ und die „The Hellboys“ eine Mischung aus Bluesrock und Rock‘n Roll, ehe die „Jürgen Zeltinger Band“ und „Green Ink Machine“ auf die Bühne durften.
Letzteren galt der Abschluss des Festivals, wozu „Green Ink Machine“ einige Songs großer Namen performte, beispielsweise von „Rage Against The Machine, den „Foo Fighters“, „Green Day“, „Nirvana“ oder „Linkin Park“ sowie vielen weiteren. Bis dahin konnten sich die Anwesenden aus einem bunten Programm an Getränken und Speisen bedienen: Von Kaffee über Wein bis hin zu verschiedenen Cocktails – mit und ohne Alkohol. Dazu gab es unter anderem Rostbratwurst, Krakauer oder Currywurst sowie Pommes.
„Letztes Jahr ist uns sogar das Bier ausgegangen, da haben die Leute wahrscheinlich beidhändig getrunken. Da mussten wir sogar nachorganisieren“, scherzte Lünser, der jedoch zufrieden auf die diesjährige Motte blickte. „Sowohl gestern als auch heute läuft es wirklich gut. Und man muss ja auch bedenken, dass wir das alles ehrenamtlich machen, wir finanzieren uns also nur über Getränke und Sponsoren. Die Bands kriegen einen Obolus, aber auch der ist natürlich nicht gewaltig“, verriet er.
Schließlich ist der Eintritt kostenlos, es gibt jedoch die Möglichkeit zu spenden, wobei sich Lünser an anderer Stelle in Zukunft etwas mehr Unterstützung erhofft. „Es geht nicht mal primär um das Finanzielle, sondern um Tatkraft beim Auf- und Abbau. Wir hatten heute sehr viele Leute, die uns spontan geholfen haben. Da werden wir uns nächstes Jahr aber noch mal an entsprechende Leute wenden“, blickte er voraus – und nahm damit bereits vorweg, dass die Motte auch in Zukunft aller Voraussicht nach stattfinden wird. „Bis 2027“ stand schließlich auch als Verabschiedung am Ausgang.