Auch der zweite Veranstalter scheitert auf der Wiese hinter dem Japanischen Palais. Wie Veranstalter Markus Richter am Freitag bekannt gab, kann das Festival „Karierte Katze“ aus finanziellen Gründen nicht mehr stattfinden.
Festival „Karierte Katze“ 2024 – Foto: Archiv Anton Launer
Richter hatte mit seiner Firma spectra NEO gUG im Januar 2024 die Ausschreibung des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB) für die Bespielung der Wiese gewonnen. Im selben Jahr startete er gemeinsam mit dem Galeristen, Künstler und Impresario Holger John das Kulturfestival „Karierte Katze“ ganz klein für drei Tage. Im vergangenen Jahr plante und agierte die „Katze“ schon deutlich größer. Vom 11. Juli bis 24. August gab es diverse Veranstaltungen, darunter einen furiosen Auftritt mit Conchita Wurst.
Wie Richter vor einigen Wochen im Gespräch mit Neustadt-Geflüster sagte, habe er eine sechsstellige Summe in das Festival investiert. In der Mitteilung in dieser Woche ist von insgesamt rund 200.000 Euro die Rede. Man brauche, so heißt es, mindestens 100.000 Euro an Förder- oder Sponsorengeldern pro Jahr. Das konnte nicht sichergestellt werden. Ende Juni hatte Richter aber noch geringe Hoffnungen, wenigstens ein kleines Fest im August veranstalten zu können. Nun wurde der Vertrag mit der SIB aufgelöst. Von Holger John, dem künstlerischen Leiter, hatte sich Richter schon getrennt. Zu den Gründen für die Trennung äußern sich beide nicht offiziell.
Richter will die „Karierte Katze“ aber noch nicht endgültig abschreiben. Er denkt an Crowdfunding und an einen möglichen anderen Standort.
Zweiter Flop in vier Jahren
Die „Karierte Katze“ ist damit der zweite Flop auf der Wiese zwischen den Platanen. Zuvor war dort bereits der Comedy-Slammer Thomas Jurisch gescheitert. Der hatte 2022 den bis dahin etablierten „Palais Sommer“ abgelöst, einen fünfjährigen Vertrag mit der SIB abgeschlossen und ein ziemlich cooles Fest hinter dem alten Porzellan-Schloss abgehalten. Jurisch scheiterte schon nach einem Jahr, 2023 blieb die Wiese ohne Fest.
Bei der Neuausschreibung wurde der langjährige Veranstalter des „Palais Sommer“, Jörg Polenz, wieder überboten, ausgerechnet von einem Team um Markus Richter, der früher gemeinsam mit Polenz den „Palais Sommer“ organisiert hatte. Richter hatte sich mit Holger John starke künstlerische Kompetenz geholt. Doch nun ist der Traum ausgeträumt, die „Katze“ fängt, zumindest am Palais, keine Mäuse mehr.
Polenz war in der Zwischenzeit mit dem „Palais Sommer“ vor die Frauenkirche gezogen, in der Neustadt blieb nur noch „Yoga im Alaunpark“. Auf Nachfrage sagte er, dass man im Herbst mit dem Finanzministerium und der SIB in Verhandlungen treten wolle, um im kommenden Jahr wieder eine funktionierende Veranstaltung auf die Wiese hinter das Japanische Palais zu bringen.