Misano. Zwei Sprintrennen, zwei klare Siege: Charles Weerts
(BEL) und Kelvin van der Linde (RSA) waren beim Sprint Cup der GT
World Challenge Europe powered by AWS in Misano (ITA) nicht zu
schlagen. Mit dem #32 BMW M4 GT3 EVO des Teams WRT gewannen sie
sowohl am Samstagabend als auch am Sonntagnachmittag. Damit haben
sie auch die Führung in der Sprint-Cup-Wertung übernommen.
Lokalmatador Valentino Rossi (ITA) hatte die Fans im Qualifying am
Samstag mit seiner ersten Poleposition in der GT World Challenge
begeistert. In den Rennen standen für ihn und Teamkollege Max Hesse
(GER) im #46 BMW M4 GT3 EVO die Plätze sechs und vier zu Buche. Im
Silver Cup gab es für den #30 BMW M4 GT3 EVO des Teams WRT einen
Sieg und einen dritten Platz.
Bei hochsommerlichen Temperaturen wurde das zweite
Sprint-Cup-Wochenende der Saison zu einer kräftezehrenden
Angelegenheit für alle Beteiligten. Heiß ging es im ersten Rennen
bereits am Start zu, mit Kontakt mehrerer Fahrzeuge. Rossi wurde
ebenfalls touchiert und fiel auf Platz vier zurück, konnte das Rennen
aber fortsetzen. Unterdessen sprintete Weerts von Startplatz vier in
Führung, die er und van der Linde bis ins Ziel nicht mehr abgaben.
Rossi musste beim Stopp eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe wegen Frühstarts
absitzen, ehe er das Fahrzeug an Hesse übergeben konnte. Dieser
kämpfte sich danach wieder bis auf Rang sechs nach vorn. Eine FCY- und
folgende Safety-Car-Phase am Ende hinderte ihn aber daran, noch
weitere Plätze gutzumachen.
Am Sonntag gingen van der Linde von Rang zwei und Hesse von Platz
vier ins zweite Rennen. Schon bald lagen sie auf den Positionen zwei
und drei. Mit einem einmal mehr herausragenden Boxenstopp gelang es
dem Team WRT, die #32 beim Reifen- und Fahrerwechsel in Führung zu
bringen. Weerts fuhr dem zweiten Sieg an diesem Wochenende souverän
entgegen. Mit 20 Erfolgen ist er nun auch der alleinige Rekordhalter
mit den meisten Siegen im Sprint Cup. Hesse hatte am Ende seines
Stints mit einem Reifenschaden zu kämpfen. Es gelang aber zunächst ihm
und dann Rossi, den dritten Rang zu behaupten. Erst in der
Schlussphase konnte Rossi den massiven Druck machenden Lucas Auer
(AUT) im Mercedes nicht mehr hinter sich halten. So war es Rang vier
für Hesse/Rossi.
Im dritten Pro-Cup-Fahrzeug des Teams WRT, dem #31 BMW M4 GT3 EVO,
wechselten sich Jordan Pepper (RSA) und Amaury Cordeel (BEL) ab. Sie
beendeten Rennen eins auf dem siebten Rang. In Lauf zwei hatten sie
sich bis auf den fünften Rang verbessert, erhielten dann aber eine
Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, da Pepper einen Mitbewerber im
Positionskampf abgedrängt hatte. So war es für das Duo am Ende Platz zehn.
Im Silver Cup feierten Matisse Lismont (BEL) und Ignacio Montenegro
(ARG) mit dem #30 BMW M4 GT3 EVO des Teams WRT den Sieg im
Samstagsrennen. Am Sonntag lagen sie lange auf Rang zwei und belegten
nach einer Zeitstrafe am Ende den dritten Platz auf dem Podium. Im
Gold Cup belegte das Team KPX Motorsport mit dem #77 BMW M4 GT3 EVO
die Plätze fünf und acht. Augusto Farfus (BRA) ging im Bronze Cup
gemeinsam mit Darren Leung (GBR) im #991 BMW M4 GT3 EVO von Paradine
Competition an den Start. Das Duo kam auf den Plätzen vier und acht
ins Ziel.
Stimmen nach den Rennen in Misano:
Vincent Vosse, Teamchef Team WRT: „Es ist eine schöne
Art, ein Rennwochenende zu verbringen: mit zwei Siegen. Das Auto mit
der Startnummer 32 hat zwei fehlerfreie Rennen abgeliefert. Auch die
Nummer 46 hatte einen starken Samstag mit Vales Pole-Position und
einen tollen Sonntag. Leider hatte Max ein Reifenproblem, und
anschließend konnte Vale Lucas Auer, der das schnellste Auto im Feld
hatte, nicht hinter sich halten. So haben wir das Podium eine Runde
vor Schluss verloren. Mit unserem Silver-Auto konnten wir auch einen
Sieg und einen Podiumsplatz feiern. Das ist großartig. Wir nehmen
viele Punkte aus diesem Wochenende mit – und das ist das Wichtigste.“
Charles Weerts (#32 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 1.
Platz, Rennen 2: 1. Platz):
„Es war ein großartiges Wochenende, vor allem nach
einem bislang ziemlich schwierigen Saisonverlauf. Ich freue mich daher
sehr, endlich viele wichtige Punkte eingefahren zu haben. Der Sieg am
Sonntag war vor allem eine Teamleistung. Kelvin hat ein starkes
Qualifying und einen hervorragenden ersten Stint absolviert. Dann zu
übernehmen und in Führung aus der Box zu kommen – das war großartig.
Dafür bin ich dem gesamten Team sehr dankbar. Wir sind natürlich sehr
zufrieden – und jetzt gilt es, genauso weiterzumachen.“
Kelvin van der Linde (#32 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1:
1. Platz, Rennen 2: 1. Platz):
„Es war ein wirklich spektakuläres Wochenende und
wohl die bestmögliche Antwort auf unseren schwierigen Saisonstart. Das
haben wir gebraucht – und alle haben es verdient, weil alles perfekt
umgesetzt wurde. Am Sonntag standen wir vor einer echten
Herausforderung, doch das Team hat erneut geliefert und beim
Boxenstopp den entscheidenden Unterschied gemacht. Das hat das Rennen
entschieden. Jetzt führen wir die Sprint-Cup-Meisterschaft an, und
darauf sind wir wirklich stolz. Ein großes Dankeschön an alle für
diese fantastische Leistung.“
Max Hesse (#46 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 6. Platz,
Rennen 2: 4. Platz):
„Ich würde sagen, es war ein Wochenende der
verpassten Chancen. Insgesamt müssen wir aber trotzdem zufrieden sein.
Zweimal hatten wir auch Glück: Gestern hätte das Rennen für uns schon
früh vorbei sein können. Und heute hätte mein Reifenschaden deutlich
schlimmere Folgen haben können. Deshalb sind die Punkte, die wir
mitgenommen haben, sehr wichtig. Natürlich ist es trotzdem schade,
denn wir hatten gestern definitiv die Pace für den Sieg und heute ganz
sicher für einen Podiumsplatz. Und für Vale gäbe es keinen besseren
Ort dafür als sein Heimrennen. Diesmal war das Glück leider nicht auf
unserer Seite. Das ist enttäuschend, aber das Team hat einen
großartigen Job gemacht. Glückwunsch an die Nummer 32 zum Doppelsieg –
das ist fantastisch für ihre Meisterschaft. Magny-Cours steht schon
bald an, und darauf richten wir jetzt unseren Fokus.“
Valentino Rossi (#46 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 6.
Platz, Rennen 2: 4. Platz):
„Es ist wirklich sehr schade, dass wir das Podium
verpasst haben. Vor allem deshalb, weil wir schon gestern ohne die
Strafe Zweiter hätten werden können. Heute habe ich am Ende alles
versucht, um meine Position zu verteidigen, aber das andere Auto war
einfach zu schnell und hat mich in der letzten Runde überholt. Das ist
wirklich bitter. Außerdem hatten wir am Ende von Max‘ Stint ein
Problem mit einem Reifen, wodurch wir einige Sekunden verloren haben.
Dagegen konnten wir nichts machen – manchmal läuft es eben so.“
Jordan Pepper (#31 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 7.
Platz, Rennen 2: 10. Platz):
„Ich denke, für uns war es ein schwieriges
Wochenende. Vielleicht hatten wir nicht ganz die Pace der Autos mit
den Startnummern 32 und 46. Dabei haben wir im Freien Training viel
Potenzial gezeigt und eine gute Leistung abgeliefert. Leider konnten
wir das im Qualifying nicht umsetzen, sodass wir in beiden Rennen von
weit hinten kämpfen mussten. Am Ende haben wir zwar in beiden Rennen
Punkte geholt, aber das ist nicht unser Anspruch. In Magny-Cours
wollen wir deutlich weiter vorne mitfahren – und ich bin überzeugt,
dass wir das können. Gleichzeitig freue ich mich natürlich für unser
Schwesterauto. Sie haben mit dem Doppelsieg einen hervorragenden Job gemacht.“