Die Europäische Kommission (EK) hat kürzlich den Elektrifizierungsaktionsplan und das überarbeitete Emissionshandelssystem (ETS) angekündigt, um die Abhängigkeit von importiertem Gas zu verringern und Strom erschwinglicher zu machen.
Im Fokus stehen neue Regelungen zu Preisen, Netzwerken und Anreizen, um den Wandel in den Bereichen Industrie, Transport und Bauwesen zu beschleunigen.
Dies ist mehr als nur ein Plan zur Steigerung der Stromerzeugung; es handelt sich um einen Strategiewechsel im Energiebereich. Die EU-Kommission will sicherstellen, dass die Nutzung von Strom günstiger ist als die fortgesetzte Abhängigkeit von Gas.
Dies ist der Schwerpunkt des am 17. Juli vorgestellten Aktionsplans zur Elektrifizierung, der zusammen mit Überarbeitungen des ETS, des europäischen CO2-Marktes, ein Maßnahmenpaket umfasst, das Energiesicherheit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung miteinander verknüpft.
Dieser Impuls ist eine Folge des geopolitischen Kontextes. Seit Beginn der Nahostkrise hat die Europäische Union (EU) mehr als 50 Milliarden Euro (57,1 Milliarden US-Dollar) für den Import fossiler Brennstoffe ausgegeben.
Laut EU-Kommission zeigt dies, wie verwundbar Europa nach wie vor ist, da die Hälfte seines Energiebedarfs immer noch von Öl- und Gasimporten abhängt.
Das europäische Paradoxon
Es erscheint paradox, dass über 70 % des europäischen Stroms aus emissionsarmen Quellen, einschließlich erneuerbarer Energien und Kernenergie, erzeugt werden.
Allerdings entfallen nur 23 % des Endenergieverbrauchs auf Strom – ein Wert, der seit fast zehn Jahren stagniert. Aus diesem Grund wird die EU-Kommission ein europäisches Elektrifizierungsziel einführen, dessen konkrete Werte im Gesetzespaket festgelegt werden.
Das Ziel ist klar: Strom ist nach wie vor unerschwinglich teuer und kostet im Durchschnitt 2,2 bis 2,5 Mal mehr als Erdgas – eine Diskrepanz, die viele Regierungen davon abhält, Wärmepumpen, Elektroautos und elektrifizierte Industrieprozesse zu fördern.
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Ein Paradebeispiel dafür ist Italien heute, wo die Stromsteuern für Unternehmen bis zu 20 Mal höher sein können als die Steuern auf fossile Brennstoffe – und das für die gleiche Leistung.
Deshalb schlug die EU-Kommission einen Grundsatz vor, der künftige nationale Strategien leiten soll: Strom sollte nicht höher besteuert werden als Gas, ohne die europäische Richtlinie über die Besteuerung von Energie zu ändern.
Die EU-Mitgliedstaaten werden verpflichtet, Steuern und Gebühren neu auszurichten, damit Elektrizität gegenüber fossilen Brennstoffen nicht benachteiligt wird.
Hindernisse
Neben der Kostenfrage nennt der Elektrifizierungsaktionsplan der EU-Kommission vier weitere große Hürden: einen Mangel an Infrastruktur, Netzen, Speichermöglichkeiten, Ladestationen und Systemen für netzgekoppelte Fahrzeuge; die Notwendigkeit, Innovationen bei unterentwickelten Technologien zu beschleunigen; eine Steigerung der Produktion und der Qualifikation der Arbeitskräfte; und schließlich die hohen Vorlaufkosten von Technologien wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen.
Um diese Hindernisse zu überwinden, plant Brüssel neue Finanzinstrumente, eine stärkere Investitionsförderung und Reformen der Regeln für die Netzanbindung.
Diese Maßnahmen umfassen alle wichtigen Sektoren. Für die Industrie sind Stromabnahmeverträge für erneuerbare Energien (PPAs), die Planung von Industrieparks sowie Anbindungen an das künftige Emissionshandelssystem, den Innovationsfonds und die Europäische Bank für die Dekarbonisierung der Industrie geplant.
Im Bausektor, der etwa die Hälfte des europäischen Gasverbrauchs ausmacht, konzentriert sich der Plan auf die Popularisierung von Wärmepumpen, die laut EU-Kommission die Energiekosten um 20 bis 60 Prozent senken könnten.
Im Verkehrssektor will Brüssel die Einführung von Elektro-Lkw durch Anreize, Ladekorridore, reduzierte Mautgebühren und soziale Leasingmechanismen für Elektrofahrzeuge beschleunigen.
Die Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (ETS) durch die EU-Kommission steht im Einklang mit dem Aktionsplan zur Elektrifizierung, indem sie Investitionen in den Mittelpunkt stellt. Laut Vorschlag der EU-Kommission soll mindestens die Hälfte der Einnahmen aus dem europäischen CO₂-Markt in Sektoren reinvestiert werden, die die Emissionskosten tragen, und so Elektrifizierung, Innovation und die Dekarbonisierung der Industrie finanzieren.
Darüber hinaus werden freie Quoten zunehmend von Investitionen in saubere Technologien abhängen, während die neue Europäische Industrielle Dekarbonisierungsbank bis zu 100 Milliarden Euro mobilisieren wird, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu unterstützen.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/cach-eu-giam-su-phu-thuoc-vao-nhien-lieu-hoa-thach-post1125012.vnp