Nach tagelangen US-Angriffen im Iran und Vergeltungsschlägen in der Region droht der Konflikt, sich erneut weiter zu verschärfen. Erstmals seit Monaten wurden auf einem Luftwaffenstützpunkt in Jordanien wieder US-Soldaten infolge von iranischem Beschuss getötet. Beide Seiten verstärkten daraufhin ihre Drohungen. Diplomatische Bemühungen sind unterdessen nicht erkennbar. Die Gefahr einer weiteren Eskalation wächst.
Während das US-Militär in der achten Nacht in Folge Ziele im Iran bombardierte, konzentrierten sich Irans Streitkräfte auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain sowie im gut 1.000 Kilometer entfernten Jordanien. Am Wochenende hörte man in den mit den USA verbündeten Ländern erneut Warnsirenen. Nach Informationen der israelischen Armee griff der Iran auch Jordaniens Küstenstadt Akaba am Roten Meer an, die nur wenige Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt liegt.
Die jüngste Eskalation des Irankriegs hatte Anfang des Monats im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus begonnen. Zuvor hatte Irans mächtige Revolutionsgarde Schiffe in der Meerenge
attackiert. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Verstöße gegen ein Mitte Juni unterzeichnetes Rahmenabkommen vor, das eigentlich den
Weg zu einem dauerhaften Ende des Krieges ebnen sollte.
Druck auf Trump steigt
Zwei US-Soldaten seien am Freitag in Jordanien getötet worden, als sich
die US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohnenangriffe verteidigten, teilte das US-Regionalkommando Centcom mit.
Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. Damit steigt die offiziell
bekannte Zahl der im Krieg gegen den Iran gefallenen US-Soldaten auf 16.
© Lea Dohle
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Der Druck auf US-Präsident Donald Trump, der sich im eigenen Land angesichts des dort unpopulären Krieges ohnehin mit Unzufriedenheit konfrontiert sieht, dürfte mit dem Tod der US-Soldaten weiter steigen. Der US-Sender NewsNation zitierte ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das »eine sehr traurige Sache« sei. »Wir sehen das ungern«, sagte er und bekräftigte einmal mehr, der Iran dürfe keine Atomwaffen bekommen.
Die USA verlegen unterdessen übereinstimmenden Medienberichten zufolge weitere Kampfjets aus Deutschland und Großbritannien in den Nahen Osten. Einige Beobachterinnen werten dies als Zeichen für eine Vorbereitung auf eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe.
In Teheran wächst die Sorge vor Luftangriffen
Irans oberster Führer, Ajatollah Modschtaba Chamenei, drohte den USA zuletzt am
Samstag mit Rache. Im Iran kamen bei den US-Angriffen seit Anfang Juli mindestens 50 Menschen ums Leben, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, mitteilte. Mehr als 500 weitere Menschen seien verletzt worden. Die Regierung berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten. Vor wenigen Tagen meldeten die Bodenstreitkräfte im Südwesten des Iran jedoch sieben Tote.
Das US-Militär greift vor allem die südlichen Küstenprovinzen des Landes an. Nach eigenen Angaben zielen die USA dabei auf Irans Fähigkeit, in der Straße von Hormus militärisch zu agieren. In der iranischen Hauptstadt Teheran wächst in der Bevölkerung unterdessen die Sorge vor Angriffen. Zuletzt hatte dort Israels Luftwaffe Anfang Juni angegriffen, nachdem Irans Revolutionsgarde Ziele in Israel attackiert hatte.
Unter dem Krieg leiden besonders die Zivilisten im Iran und in den Golfstaaten. Nach der Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage im Südosten des Iran war die Trinkwasserversorgung für 10.000 Menschen unterbrochen. Angesichts von Temperaturen weit über 40 Grad treffen Angriffe auf die Wasserversorgung die Bevölkerung besonders hart. Zivile Infrastruktur wurde ebenfalls Ziel von Angriffen. Auch in Kuwait wurde staatlichen Angaben zufolge eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung beschädigt.
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