
Wie kann ein stillgelegtes Parkdeck zu einem Ort werden, an dem Nachbarschaft gelebt wird? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Sozialpalast im Juli 2026 in Münster-Kinderhaus. Unter dem Titel „PARKDECK“ verwandelt das Kunst- und Kulturprojekt einen ungewöhnlichen Ort in eine sozialkünstlerische Intervention, die Menschen zusammenbringen und den Austausch im Stadtteil fördern soll.
An mehreren Terminen entsteht am Parkdeck an der Sprickmannstraße 46 ein offener Treffpunkt für die Nachbarschaft. Ziel ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Begegnungen entstehen, Wissen geteilt und Gemeinschaft gestärkt werden kann. Dabei geht es nicht nur um Kunst im klassischen Sinn. Das Projekt versteht sich als eine sozialkünstlerische Factory für gesellschaftliches Miteinander. Geplant sind unter anderem Möglichkeiten, gemeinsam Fahrräder, Haushaltsgeräte oder Werkzeuge zu reparieren und dabei Know-how weiterzugeben. Ebenso wichtig sind jedoch die Gespräche am Rande: bei einer Tasse Kaffee, einem Getränk oder etwas zu essen, begleitet von einer entspannten Atmosphäre mit Sitzgelegenheiten, Sonnen- oder Wetterschutz und viel Raum zum Verweilen.
Darüber hinaus soll das PARKDECK Platz für kreative Aktivitäten bieten. Malen, Basteln oder gemeinsames Werken sind ebenso denkbar wie spontane Ideen, die von den Besucherinnen und Besuchern selbst eingebracht werden. Der Leitgedanke lautet: Aus Alt mach Neu, aus Kaputt mach Heile – und aus Fremden werden Nachbarn. Mit dem Projekt setzt der Sozialpalast ein Zeichen gegen soziale Isolation, Einsamkeit, gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung. Stattdessen stehen Offenheit, Vielfalt und gegenseitige Unterstützung im Mittelpunkt. Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Lebensrealitäten sollen miteinander ins Gespräch kommen und den öffentlichen Raum gemeinsam gestalten
Diese Veranstaltungen stehen noch an
Die sozialkünstlerische Intervention PARKDECK in Münster-Kinderhaus läuft noch bis Ende Juli. An dem stillgelegten Parkdeck an der Sprickmannstraße finden an den kommenden Wochenenden drei weitere Veranstaltungen statt:
Freitag, 24. Juli, 20 Uhr: FGM/C-Vortrag
Khadra Ali Mohamed stammt aus Somalia, lebt in Münster-Kinderhaus und ist selbst von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) betroffen. In einem persönlichen Vortrag berichtet sie offen über ihre Geschichte und ihre Erfahrungen. Gleichzeitig informiert sie über die Folgen der Praxis und setzt sich dafür ein, Mädchen vor FGM/C zu schützen sowie betroffenen Frauen Unterstützung und Perspektiven aufzuzeigen.
Samstag, 18. Juli, 19 Uhr: „Hanau ist überall!“
Außerhalb der Freitagsreihe findet die Gesprächsveranstaltung „Hanau ist überall!“ statt. Der Autor und Theatermacher Tuğsal Moğul sowie Agnes Lampkin sprechen über ihre Arbeit an dem Theaterstück And now Hanau. Im Mittelpunkt stehen die Lebensrealität der Angehörigen der Opfer des rassistischen Anschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau sowie die Arbeit der Initiative 19. Februar vor Ort im Stadtteil Kesselstadt. Die Moderation übernimmt Gabriela Exner.
Freitag, 31. Juli, 20 Uhr: Redfox miez Kiez
Den Abschluss der Juli-Reihe bildet ein musikalischer Abend mit Redfox (K/MS). Unter dem Titel „Redfox miez Kiez“ stehen Klänge und Töne am Parkdeck im Mittelpunkt und laden die Nachbarschaft zum gemeinsamen Verweilen ein.