Verbindungen ab München
Italo-Züge sollen der Bahn Konkurrenz machen
Aktualisiert am 20.07.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Schnellzug der Firma Italo (Archivbild): Die roten Züge sollen bald der Deutschen Bahn Konkurrenz machen. (Quelle: IMAGO/Michael Nguyen/imago)
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Die Deutsche Bahn dominiert den Fernverkehr in Deutschland. Das könnte sich ändern: Ein italienischer Anbieter will von München aus auf zwei wichtigen Strecken bedienen.
Wer mit dem Zug von München nach Frankfurt, Berlin oder Hamburg fährt, sitzt fast immer in einem ICE der Deutschen Bahn. Doch das könnte sich in wenigen Jahren ändern: Das italienische Bahnunternehmen Italo, das unter anderem vom früheren Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo gegründet wurde, plant einen Einstieg in den deutschen Markt.
Nach den bisherigen Plänen sollen ab dem Frühjahr 2028 Hochgeschwindigkeitszüge im Stundentakt auf der Strecke München–Frankfurt–Köln–Dortmund verkehren. Zudem ist eine Verbindung von München über Berlin nach Hamburg vorgesehen. Insgesamt sollen dafür 30 neue Züge und 56 tägliche Verbindungen eingesetzt werden.
Italo will Züge bei Siemens bauen lassen
Der Konzern hat unterdessen mit dem Zugbauer Siemens Mobility einen Vertrag in Höhe von drei Milliarden Euro für die Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen unterzeichnet, wie das Unternehmen am Montag, 20. Juli, mitteilte. Der Vertrag enthält demnach die Option auf 14 weitere Züge. Damit wird das Vorhaben, auf deutschen Schienen zu rollen, noch konkreter als zuvor.
Bei den Zügen handelt es sich den Angaben zufolge um den Siemens Velaro Multi System. Diese sind baulich und optisch eng verwandt mit den ICE-3- und ICE-3-Neo-Zügen der Deutschen Bahn.
Streit um die Trassen
Italo hatte versucht, bei der Bundesnetzagentur bessere Bedingungen für Neueinsteiger im deutschen Fernverkehr durchzusetzen. Die Behörde hat daraufhin beschlossen, dass künftig auf hochbelasteten Korridoren mindestens ein Viertel der Kapazitäten an Wettbewerber der Bahn vergeben werden müssen.
Der bundeseigene Konzern kontrolliert bisher rund 95 Prozent des Fernverkehrs in Deutschland. Einziger größerer Wettbewerber ist bislang der Münchner Reiseanbieter Flix.
Deutsche Bahn sieht Risiken
Bei der Deutschen Bahn stößt das Vorhaben auf Kritik. Der Konzern befürchtet, dass Konkurrenten vor allem die besonders lukrativen Verbindungen zwischen großen Städten bedienen könnten. Weniger profitable Fernverkehrsstrecken in kleinere Städte könnten dadurch unter Druck geraten.
Zudem verweist die Bahn auf das ohnehin stark belastete Schienennetz. Schon heute sind Baustellen und eine marode Infrastruktur regelmäßig für Verspätungen verantwortlich. Im Mai erreichten nur rund 61 Prozent der Fernverkehrszüge ihr Ziel pünktlich.
Mehr Wettbewerb auf der Schiene?
Italo verspricht dagegen günstigere Preise, mehr Komfort und besseren Service. Nach Einschätzung des Unternehmens könnte die Nachfrage im Fernverkehr durch stärkeren Wettbewerb deutlich steigen.

