Bielefeld. „Die jungen Störche in der Johannisbachaue sind flügge und üben sich im Jagen und Fliegen“, berichtet Ingrid Ohm und schickte gleich einen Schwung frischer Fotos. Die Naturfotografin mit dem Faible für die stolzen wie treuen Zugvögel lag oder saß wieder tagelang auf der Lauer und begleitete die kleine Familie auf Schwingen-Schlag und Staks-Schritt.

„Noch entfernen sie sich nicht allzu weit von ihrem sicheren Nest, stehen oft nach geglückter Landung zusammen mit ihren Storcheneltern auf der Wiese und üben eigenständige Futtersuche.“ Dabei entstand ein ganz besonderes Motiv: Es zeigt die Familie, wie sie im Trigeklapper über die Wiese und vorbei an einem Graureiher spaziert. Sie würdigen den Nahrungskonkurrenten, der regungslos am Feldesrand steht und auf Beute wartet, keines Blickes.

Mutmaßlich hielt er auch lieber den Schnabel, denn das Wildern im fremden Revier kann schon mal ein paar Federn kosten, die dann schmerzlich fehlen für den Flug gen Süden. So simuliert der Reiher gekonnt eine Statue vor goldenen Ähren und macht keinen Mucks. Die Mäuse und Kröten allerdings auch nicht, wenn Hanni die Zweite und Jo der Zweite mit den nächsten Thronfolgern durch die Aue defilieren.

Flugstunden unter Aufsicht

Die eigentliche Reifeprüfung fand allerdings in der Luft statt: „Als die Zeit reif war, aus dem Nest zu hopsen, sah ich die Eltern auf einem nahegelegenen Dach“, berichtet die Kennerin der Bielefelder Storchen-Szene. Es habe den Eindruck, als wollten sie ihre Kinder telepathisch ermutigen, endlich den Sprung in die Welt zu wagen. Und sie trauten sich, wie die Bilder eindrucksvoll zeigen: mit weiten Schwingen und noch gestreckten Beinen – dafür gabs leichte Abzüge in der B-Note.

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Nach den ersten Flugstunden kehrten die Youngsters am Abend wieder müde zurück ins gemachte Nest und dort warteten schon die Eltern mit dem Futter. Bis die beiden fit sind für ihren ersten Weitflug, wird es noch eine Weile dauern. Zur Freude der vielen Storchenfreunde.

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Fotogalerie
Bielefeld: Die flüggen Jungstörche in der Johannisbachaue

20. Juli 2026


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