Bielefeld. Während am Campus Handwerk unweit des Bielefelder Hauptbahnhofs zwei große Neubauten entstehen, soll nun auch die technische Ausstattung der Bildungsstätte modernisiert werden. Rund 7,6 Millionen Euro will die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe dafür investieren. Fast 7 Millionen Euro übernimmt das Land NRW, die Handwerkskammer muss rund 700.000 Euro aus eigenen Mitteln beisteuern. Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling überreichte den Förderbescheid jetzt bei einem Besuch des Campus.
„Dank der großzügigen Zuwendung können unsere Modernisierungsmaßnahmen deutlich schneller umgesetzt werden“, sagt Hauptgeschäftsführer Jens Prager. Ohne die Unterstützung hätten die Werkstätten nur nach und nach erneuert werden können. Den größten Betrag aus dem Topf erhält der Fachbereich Elektrotechnik einschließlich des Kompetenzzentrums für intelligente Gebäudetechnologien. Dort sollen rund 2,6 Millionen Euro investiert werden. Weitere 1,7 Millionen Euro fließen in den Metallbau, insbesondere in die Bereiche Pneumatik und Metalltechnik.
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An dritter Stelle steht die Kraftfahrzeugtechnik. Eine genaue Summe nennt die Handwerkskammer dafür allerdings nicht. Erneuert werden soll zudem die Ausstattung für zahlreiche weitere Berufe. Dazu gehören die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, die Zahn- und Fügetechnik sowie die Ausbildung von Friseuren, Konditoren und Fachkräften im Verkauf. Auch kaufmännisch genutzte und gewerkeübergreifende Räume sollen modernisiert werden.
Rasante technische Entwicklung macht Investitionen nötig
Hintergrund sind nach Angaben der Kammer unter anderem veränderte Ausbildungspläne. Neue Technik, die Energiewende und klimatische Anforderungen spielten darin eine zunehmend größere Rolle. „Die neuen Lernfelder erfordern Investitionen, die wir jetzt umsetzen können“, sagte die Leiterin der Bildungsstätte, Maribel Illig. Regierungspräsidentin Bölling verwies auf die Bedeutung moderner Ausbildungsbedingungen. Lehrlinge müssten die Technologien kennenlernen, die später in den Betrieben eingesetzt würden. Und gut ausgebildete Fachkräfte seien wiederum notwendig, um Energiewende und technischen Wandel praktisch umzusetzen.
Der Campus Handwerk wird modernisiert.
| © Campus Handwerk
Die jetzt bewilligten Mittel für die Ausstattung sind von der großen baulichen Erweiterung des Campus zu unterscheiden. Auf dem Gelände an der Nowgorodstraße entstehen derzeit zwei Neubauten mit Werkstätten, Hallen, Unterrichtsräumen und Büros. Unter anderem sollen die Kfz-Ausbildung aus Lemgo und Brackwede sowie das Malerbildungszentrum nach Bielefeld umziehen. Auch die Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld soll dort ihren Sitz erhalten.
Die Kosten dieses Bauprojekts wurden zuletzt mit rund 80 Millionen Euro angegeben. Bund und Land tragen davon zusammen etwa 66 Millionen Euro. Die Handwerkskammer beteiligt sich mit rund 11 Millionen Euro, die Kreishandwerkerschaft mit 3 Millionen Euro.
