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Vergangenes Jahr noch in der 2. Liga auf Punktejagd. Doch nach ihrem Abstieg sind die Erwartungen an die „Adlerträger“ in der neuen Saison überraschend gering. Sogar in Fachkreisen…
Trainer tippen Aufsteiger. Preußen nur unter ferner liefen.
Das ergab jetzt eine Umfrage unter den Trainern der 3. Liga, die ihre drei Favoriten für den Sprung ins Fußball-Unterhaus benennen sollten. 17 von 20 nahmen daran teil. Lediglich Rui Mota (47), neuer Chefcoach bei Waldhof Mannheim, sowie Essens Uwe Koschinat (54) und Daniel Brinkmann (40) von Hansa Rostock verweigerten die Aussagen. Da zudem Sabrina Wiegmann (35/FC Ingolstadt) nur zwei Vereine benannte, blieben unter dem Strich exakt 50 Stimmen (drei pro Coach), von denen eine einzige auf die Preußen entfiel.

Zumindest Münsters Ex-Coach Sascha Hildmann (r.), jetzt auf der Bank von Regensburg, zählt die Preußen zum erweiterten Kreis der Drittliga-Favoriten. Hier klatscht er SSV-Spieler Phil Beckhoff (l.) ab
Foto: picture alliance/Sportfoto Zink/Benedikt Köglm
Und zwar ausgerechnet von Sascha Hildmann (54). Der schaffte bekanntlich mit Münster den Durchmarsch aus der Regionalliga bis in die 2. Liga, ehe er im April 2024 nach fünfeinhalb Jahren im Amt entlassen wurde. Inzwischen sitzt er auf der Bank des SSV Jahn Regensburg, der am 5. Dezember die „Schwarz-Weiß-Grünen“ zum Heimspiel erwartet.
Unklar allerdings, ob Hildmann aus Überzeugung oder Sympathie für die Preußen votete…
Interessant: Die größten Chancen auf den Sprung in die 2. Liga werden Hansa Rostock eingeräumt. 17 sprachen sich für den ambitionierten Ostclub aus. Dicht gefolgt von Düsseldorf. Die Fortuna, gemeinsam mit Münster im Mai in die Drittklassigkeit abgerutscht, erhielt immerhin 14 Stimmen.

Jorrit Hendrix wechselte von den Preußen nach Düsseldorf und steht jetzt mit Fortuna unter Aufstiegsdruck
Foto: Oliver Kaelke/DeFodi Images
Keine Frage – die Rheinländer, angeführt von Ex-Preußen-Coach Alexander Ende (46) und mit Jorrit Hendrix (31) sowie Yassine Bouchama (29) in ihren Reihen, stehen gewaltig unter Druck. Sie selbst haben das Ziel „Zweitliga-Rückkehr“ ausgegeben. Und müssen sich nun auch daran messen lassen.
Platz 3 im „Vorab-Ranking“ geht an Rot-Weiss Essen. Die Truppe von der Hafenstraße wurde immerhin noch 11-Mal genannt. Gefolgt vom Pott-Rivalen MSV Duisburg (4). Je einen „Daumen hoch“ – so wie für die Preußen – gab’s zudem für den 1. FC Saarbrücken, die Aachener Alemannia und den SV Wehen Wiesbaden.
Übrigens: „Adler-Coach“ Thomas Wörle (44) liegt mit seinen Tipps voll im Trend. Auch er setzt auf Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und die Rot-Weissen aus Essen.
Wie aber gehen die Münsteraner mit ihrem „dürftigen Abschneiden“ um? Ganz gelassen! Sportdirektor Jan Uphues (38): „Einschätzungen zu Favoritenrollen noch vor Saisonbeginn können zwar für interessanten Gesprächsstoff sorgen, haben aber für den tatsächlichen Saisonverlauf erfahrungsgemäß einen begrenzten Aussagewert. Dass wir in dieser Umfrage jetzt nicht zum engen Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt werden, überrascht uns nicht. Ändert aber weder etwas an unserer täglichen Motivation, den bestmöglichen Job zu machen, noch an unserem Anspruch, in jedem Spiel maximal erfolgreich zu sein.“

Preußens Sportdirektor Jan Uphues (M.) misst der Drittliga-Umfrage keine allzu große Bedeutung bei
Foto: Jürgen Fromme/firo Sportphoto
Und weiter: „Wir haben unsere Ausgangslage nach dem Abstieg klar eingeordnet und auch deutlich gemacht, welchen Weg wir einschlagen wollen. Unser Fokus liegt darauf, die Mannschaft nachhaltig zu stabilisieren und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, langfristig erfolgreich zu sein.“
Dazu gehört auch, dass die Preußen in der Saison 2027/2028, wenn der Stadion-Umbau an der Hammer Straße abgeschlossen ist, wieder oben angreifen und Richtung 2. Liga schielen wollen. Das aber ist aktuell noch der zweite Schritt vor dem ersten….