Beim HSV Hamburg beginnt die nächste Ära des Umbaus. Drei neue Bosse, mehrere Veränderungen im Kader und zahlreiche neue Rollenverteilungen machen die Mannschaft vor dem Start der neuen Saison schwer einzuschätzen. Eines bleibt jedoch unverändert: Der HSV will sich so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller in der Opel Handball-Bundesliga verabschieden. Das erklärten die Verantwortlichen beim Saisonauftakt im Volkspark.

Direkt zum Start überraschte der Klub mit dem sechsten Neuzugang für die anstehende Spielzeit. Alem Hadzic (19/Eurofarm Pelister) soll zunächst über die zweite Mannschaft an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden. Der bosnische Spielmacher stand bereits bei der ersten Einheit mit den neuen Kollegen auf dem Feld. Auch Azat Valiullin (35) bleibt zunächst Teil der Trainingsgruppe. Bis Ende August will der HSV abwarten, wie sich Dominik Axmann (27) nach seiner Knieverletzung entwickelt.

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Trainer Torsten Jansen (49) weiß, dass vor seiner Mannschaft erneut eine schwierige Findungsphase liegt. Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub erklärte der Coach: „Uns erwartet wie in den vergangenen Jahren erneut ein Umbruch. Es wird wieder ein Neustart sein.“

Besonders im Abwehrzentrum wartet auf die Hamburger viel Arbeit. Der neue Innenblock muss schnell funktionieren. Mit Jan Schmidt (21/Dormagen), Martin Hovde (24/Kolstad), Einar Olafsson (24) und Elias Kofler (25) stehen mehrere neue oder junge Kräfte vor der Aufgabe, Stabilität in die Defensive zu bringen. Gleichzeitig müssen die Abgänge von Jacob Lassen (30) und Casper Ulrich Mortensen (36) aufgefangen werden. Noah Beyer (29/BHC) wird Mortensen ersetzen, der Norweger Nicolai Daling (24/Bergen) soll mit Oliver Norlyk (26) künftig im rechten Rückraum für Gefahr sorgen.

Trainer Torsten Jansen (49/4.v.r.) mit seinen Neunzugängen (v.l.): Norwin Pein, Alem Hadzic, Martin Hovde, Noah Beyer, Nicolai Daling, Jan Schmidt, Leon Nowottny

Trainer Torsten Jansen (49/4.v.r.) mit seinen Neuen (v.l.): Norwin Pein (U23), Alem Hadzic, Martin Hovde, Noah Beyer, Nicolai Daling, Jan Schmidt, Leon Nowottny

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Am Saisonziel ändert sich trotz der Veränderungen nichts. Jansen formuliert die Erwartung klar: „Wir wollen uns von unten fernhalten und gucken, was nach oben geht.“

Auch Johannes Bitter (43), Geschäftsführer Sport, sieht die Entwicklung der Mannschaft als entscheidenden Faktor: „Wir wollen als Team zusammenwachsen, als Gruppe stark werden.“ Und: „Wir wollen unsere Fans begeistern.“

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Eine besondere Geschichte bringt der neue Torhüter Leon Nowottny (20) mit. Der Hamburger kehrt nach mehreren Jahren zurück in seine Heimatstadt und kommt vom THW Kiel. Er ersetzt Mohamed El-Tayar (30), der zum TVB Stuttgart wechselt. Nowottny freut sich auf die Rückkehr: „Es ist wie Urlaub für mich, wieder in Hamburg zu sein.“ Und weiter: „Ich habe richtig Bock auf das Projekt.“

Das neue Führungstrio des HSV Hamburg (v.l.): Präsident Niklas Weller (33) mit den beiden Geschäftsführern Markus Rejek (58) und Johannes „Jogi“ Bitter (43)

Das neue Führungstrio des HSV Hamburg (v.l.): Präsident Niklas Weller (33) mit den beiden Geschäftsführern Markus Rejek (58) und Johannes „Jogi“ Bitter (43)

Foto: HSV Hamburg

Auch die Struktur innerhalb des Kaders verändert sich. Nach Jahren mit starkem dänischem Einfluss setzt der HSV künftig verstärkt auf norwegische Spieler. Neben Torhüter Robin Haug (27) gehören die Zugänge Nicolai Daling und Martin Hovde zur norwegischen Fraktion. Für Haug ist die Nationalitäten-Mischung kein Problem. Entscheidend sei nicht die Herkunft, sondern die Integration: „In der Mannschaft wird sich dadurch nichts verändern. Wichtig wird sein, dass Nicolai und Martin schnell Deutsch lernen.“

Der HSV Hamburg geht damit erneut mit einer Mannschaft voller neuer Bausteine in die Saison. „Ich bin positiv angespannt“, erklärte Jansen im Gespräch mit SPORT BILD. Seine Mannschaft beeindruckte ihn nach dem Medien-Termin. Als er die erste Einheit um 16.30 Uhr beendete, schickte er die Truppe mit einem „Gutes erstes Training“ in die Kabine. Erfreulich: Dominik Axmann, der im Juni heiratete, machte alle Einheiten ohne Probleme mit und traf auch im Abschluss-Spiel.