Der Rat der Stadt Düsseldorf hat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen, dass die Verwaltung sich ein Vorkaufsrecht für das Grundstück im Stadtteil Bilk sichern soll. Damit soll die Stadt sich die Möglichkeit sichern, ihre städtebaulichen Entwicklungsziele auf der zentralen Fläche zu erreichen. Auch über deren Ausgestaltung wurde im Rat bestimmt.

Die Papierfabrik hatte kürzlich ihre eigene Produktion an dem Standort zwischen Buys-, Mecum- und Fruchtstraße nach 140 Jahren eingestellt. Seitdem das bekannt ist, richten sich die Blicke – nicht nur der Politik – auf das Grundstück. Schließlich ist es eine der wenigen zentral gelegenen Flächen im Stadtgebiet, die nun baulich entwickelt werden könnten.

Mit der Sicherung eines Vorkaufsrechts ist nicht gesagt, dass die Stadt das Grundstück tatsächlich kaufen muss und wird oder es bebaut und verwaltet. Damit sichert sie sich lediglich eine Zugriffsmöglichkeit für den Notfall. Die Stadt hätte damit die Möglichkeit, Grundstücksankäufe zu verhindern, „die eine Realisierung der genannten Planungsziele erschweren oder unmöglich machen“, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Damit soll unter anderem eine Situation wie beim Glasmacherviertel verhindert werden. Dort wurde in den vergangenen Jahren viel mit Preissteigerungen spekuliert, aber sehr wenig gebaut. Kostenpflichtiger Inhalt Das zu verhindern sei auch im Interesse der Eigentümer, äußerten einige Gesellschafter des Unternehmens am letzten Produktionstag der Papierfabrik.

Was auf dem Gelände nach Vorstellung der Verwaltung nicht entstehen soll, ist eine Fläche, die weiterhin ausschließlich industriell oder gewerblich genutzt wird. Schon die Immissionen der Papierfabrik hätten das „wohngeprägte Umfeld stets belastet“, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Stattdessen solle auf dem Grundstück „ein gemischtes innerstädtisches Quartier mit Wohnen, verträglichem Gewerbe- und Freiräumen“ entwickelt werden. Das Angebot an Wohnungen soll demnach verschiedene Formen und Größen umfassen, „mit preisgünstigen Anteilen“. „Nicht störendes“ Gewerbe soll außerdem möglich sein.

Die SPD hatte vor Monaten, als die anstehende Schließung der Fabrik bekannt wurde, noch gefordert, das Grundstück ausschließlich für Gewerbezwecke zu erhalten. Das haben die Sozialdemokraten mittlerweile aufgegeben, einen Änderungsantrag zur Verwaltungsvorlage reichten sie trotzdem ein. Damit wollten sie eine teilweise gewerbliche Nutzung festlegen, damit Gewerbe nicht „hinten runter“ fällt, wie SPD-Co-Fraktionschef Fabian Zachel sagte. Das hielt unter anderem Alexander Fils (CDU) für „nicht notwendig“ und mit ihm die Ratsmehrheit nicht.

Schon zuvor war das Vorhaben der Verwaltung in der für den Stadtteil zuständigen Bezirksvertretung 3 positiv aufgenommen worden. Die Politiker waren sich einig, dass ein genauer Blick auf die Entwicklungsplanungen an der Stelle wichtig sei.