(ctri) Schon in der Vergangenheit war die kleine, spitz zulaufende Fläche hinter den Gebäuden der Tuchtinsel zur Berliner Allee in der Innenstadt kein besonders schöner Anblick. Jahrelang standen dort Baucontainer, die auch mal mit großen Werbeplakaten versehen waren. Nach deren Abbau hatte die Stadt Ende 2025 den Asphalt an der Stelle aufreißen und die kleine Fläche begrünen lassen.
Ein wenig Grün und eine Entsiegelung sind in der sonst so dicht bebauten Innenstadt ja wünschenswert. Doch hat sich aus der Fläche inzwischen ein kleiner, wilder Ort entwickelt, der aus der sonst ordentlichen Umgebung heraussticht. Wer in den vergangenen Tagen jedenfalls dort vorbeilief, sah vor allem viel Müll und Unrat auf dem Grün. To-go-Becher, leere Flaschen, Plastikteile, Chips-Tüten und so manche Hinterlassenschaft zeigte sich gut sichtbar auf der Wiese. Ähnliches war auch in dem kleinen Gang entlang des Geländers am Kö-Bogen-Tunnel zu sehen, der zusätzlich auch in Teilen mit Fäkalien beschmutzt war.
Ein Zustand, den das Unternehmen Midstad ärgert, welches die Pläne zur Bebauung der Tuchtinsel im Auftrag der Eigentümerfamilie Cloppenburg vorantreibt. Erste Ideen machten dazu schon die Runde, im Dezember sollen dann Entwürfe der Planungsteams vorgestellt werden. Bis dahin veranlasse der Eigentümer regelmäßige Reinigungen des Bereichs im unmittelbaren Umfeld der Immobilie (ehemaliges Schuhhaus Böhmer), so eine Sprecherin von Midstad. Zuletzt sei dort etwa im Juni eine größere Sonderreinigung durchgeführt worden.
Doch würden sich in dem Bereich immer wieder Personen dauerhaft aufhalten, wodurch es erneut zu Verschmutzungen komme. „Trotz regelmäßiger Reinigungsmaßnahmen lässt sich dies leider nicht permanent verhindern“, so die Sprecherin. Midstad hat deshalb den Eingangsbereich zum Ladenlokal an der Schadowstraße 41 jüngst mit einem Holzzaun versehen und abgesperrt. Der Bereich entlang der Gebäudeseite – wie auch die Grünfläche – ist jedoch städtisches Eigentum, weshalb sich der Eigentümer dort nicht zuständig sieht.
Auf eine entsprechende Anfrage hat die Stadt nun reagiert und die Fläche sichten lassen. Dabei seien „geringfügige Reinigungsdefizite“ festgestellt worden, sagt eine Sprecherin. Die Awista Kommunal sei entsprechend der vertraglichen Vereinbarung aufgefordert worden, „die auffälligen Bereiche zeitnah zu reinigen, bei Bedarf auch nass.“
Grundsätzlich unterliege die Tuchtinsel und die angesprochenen Straßen der häufigsten Reinigungskategorie. Das beinhalte zwölfmal wöchentlich eine Reinigung durch die Awista, bei der bei jedem vierten Reinigungsdurchgang auch das Grün gesäubert werde. „Die festgestellte Situation wurde zum Anlass genommen, die Awista Kommunal GmbH als beauftragten Dienstleister auf die Einhaltung der vereinbarten Qualitätsmaßstäbe zu verweisen.“