Aus dem Jahr 1958
68 Jahre alte Flaschenpost mit Kölner Spur am Rhein entdeckt
21.07.2026 – 14:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine offenbar jahrzehntealte Flaschenpost steht auf einem Tisch: Bauarbeiter fanden die Flaschenpost auf einer Baustelle am Rhein in Oberwesel. (Quelle: Jan Zimmer/dpa)
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Auf einer Baustelle am Mittelrhein taucht eine Flaschenpost aus dem Jahr 1958 auf. Die Spur führt über eine Speisekarte der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt bis nach Köln.
Bauarbeiter haben am Mittelrhein eine fast 70 Jahre alte Flaschenpost entdeckt. Die Nachricht stammt aus dem Jahr 1958 – und führt auch nach Köln. Denn geschrieben wurde die Nachricht auf die Rückseite einer Speisekarte der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt.
Gefunden wurde die Flasche auf einer Baustelle am Rheinufer in Oberwesel. Dort war bei Bauarbeiten ein Bach freigelegt worden. Stadtbürgermeister Jan Zimmer erfuhr bei einer Baubesprechung von dem ungewöhnlichen Fund.
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Schon von außen sei zu erkennen gewesen, dass sich in der Flasche eine Speisekarte mit dem Logo der Köln-Düsseldorfer befand, berichtet Zimmer. Die traditionsreiche Schifffahrtsgesellschaft bietet bis heute Ausflugsfahrten auf dem Rhein an.
Auf der Karte ist das Datum 16. Juli 1958 vermerkt. Damals gab es als Tagesgericht Wellfleisch mit Bohnen und Kartoffeln für zwei Mark. Weitere Menüs mit Rehragout oder Rinderschmorsteak kosteten zwischen zwei und viereinhalb Mark.
Nachricht auf Französisch verfasst
Besonders interessant ist die Rückseite der Speisekarte. Dort hatten die Verfasser notiert, dass sie eine Schifffahrt unternommen hätten und Brieffreunde suchten. Die Nachricht wurde auf Französisch geschrieben, am Ende steht jedoch eine deutsche Adresse aus der Nähe von Euskirchen.
Warum die Verfasser Französisch verwendeten, ist bislang unklar. Zimmer vermutet, dass sie in der Region Urlaub machten oder möglicherweise an einem Französischkurs teilnahmen.
Flaschenpost mit Kölner Spur: Verfasser oder Nachfahren gesucht
Die Speisekarte stammt von dem Schiff „Drachenfels“. Dieses war nach bisherigen Erkenntnissen zwischen Koblenz und Mainz unterwegs. Ob die Flasche tatsächlich eine längere Strecke auf dem Rhein zurücklegte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
Zimmer hält es für wahrscheinlicher, dass sie in Oberwesel oder im nahegelegenen Kaub ins Wasser geworfen wurde. Es wäre ein großer Zufall, wenn sie über viele Kilometer bis zu ihrem späteren Fundort getrieben wäre.
Nun soll versucht werden, die Verfasser der Nachricht oder ihre Nachfahren ausfindig zu machen. Die Flaschenpost könnte künftig im Stadtmuseum von Oberwesel ausgestellt werden. Denkbar sei auch ein Platz direkt am Rheinufer.
