Mit dem Aufbau einer konzernweiten Urologie entsteht in der Region Hannover eine Einrichtung, die mit mehr als 8000 stationären Patienten pro Jahr zu den größten urologischen Versorgern Deutschlands zählt. Die neue Struktur bündelt drei Standorte – das KRH Klinikum Siloah, das KRH Klinikum Robert Koch in Gehrden und das KRH Klinikum Großburgwedel – unter einer gemeinsamen medizinischen und kaufmännischen Leitung.

Ein Megaprojekt, dem sich das Klinikum Region Hannover mit seiner Medizinstrategie 2030 verschrieben hat – seit 2023 laufen weitreichende Modernisierungen, Zusammenlegungen und Neubautenan neun Standorten. Die Konzernurologie ist nun der erste Schritt, ein medizinisches Fachgebiet nicht mehr standortbezogen, sondern konzernweit als eigenständige Einheit zu führen.

So wohnortnah wie möglich und so speziell wie nötig.

„Die Einführung von Leistungsgruppen und die zunehmende Spezialisierung in der Medizin erfordert es, dass wir unsere Versorgungsangebote nicht mehr allein bezogen auf unsere einzelnen Krankenhausstandorte denken und entwickeln, sondern unsere Organisationsstruktur stärker nach den medizinischen Inhalten und Fachgebieten ausrichten“, erläutert Dr. Matthias Bracht, KRH-Geschäftsführer Medizin. Sein Credo: weg von isolierten standortbezogenen Angeboten, hin zu vernetzten und übergreifend gesteuerten Einheiten. „So wohnortnah wie möglich und so speziell wie nötig“ sei der Leitgedanke der neuen Medizinstrategie.

Neue Führungsstruktur: Ein Chefarzt, drei Standorte

Medizinischer Leiter der neuen Konzernurologie und neuer Chefarzt am Standort Großburgwedel ist Prof. Alexandre Pelzer, der bislang bereits die Urologien in Gehrden und im KRH Klinikum Siloah leitete. Damit vereint er nun die ärztliche Verantwortung für alle drei Häuser in einer Hand.

„Für die Region Hannover ist dieser Schritt hin zu einer konzernweiten Urologie ein Meilenstein in der Gesundheitsversorgung“, sagt Pelzer. „Wir haben früh gesehen, dass unser Fach prädestiniert ist, um so einen Schritt zu vollziehen – gerade vor dem Hintergrund der technologischen Entwicklung und den zu erwartenden steigenden Fallzahlen.“

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Die kaufmännische Leitung übernimmt Dr. Tim Kaufeld, zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor des KRH Klinikums Großburgwedel. Für ihn eröffnet die neue Struktur eine Chance für den gesamten Osten der Region: Die Entwicklung des Schwerpunktversorgers in Großburgwedel werde ebenso profitieren wie die urologische Versorgung in der gesamten Region Hannover.

Drei OP-Roboter für die Region

Ein Schwerpunkt der neuen Struktur ist der weitere Ausbau robotergestützter Operationen mit dem Da-Vinci-System. Während diese Technik bereits an den Standorten Gehrden und Siloah eingesetzt wird, soll künftig auch Großburgwedel entsprechend ausgestattet werden – dann stehen der Konzernurologie insgesamt drei Operationsroboter zur Verfügung.

Die roboterunterstützte Chirurgie habe sich laut KRH in der Urologie besonders bewährt, etwa bei Krebsoperationen an Niere, Blase und Prostata, wo höchste Präzision bei gleichzeitigem Funktionserhalt gefragt ist. Bereits jetzt seien sechs speziell für das Da-Vinci-System zertifizierte Operateure im Klinikverbund tätig, so Pelzer.

Der bisherige Chefarzt der Urologie in Großburgwedel, Dr. Joachim Stein, wurde zum 30. Juni in den Ruhestand verabschiedet. Er hatte die Entwicklung der gemeinsamen Konzernurologie gemeinsam mit Prof. Pelzer vorbereitet und wichtige Grundlagen dafür geschaffen.

KRH/mrh