
Blick auf das Hauptquartier des Versandhändlers Zalando in Berlin Friedrichshain.
picture alliance / Kirchner-Media | James Zabel
Zalando streicht am Berliner Hauptsitz weitere Stellen und baut parallel einen neuen Standort in Rumänien auf. Ein internes Schreiben von Mitte März kündigte die Streichung von 150 bis 200 Positionen an, wie das „Handelsblatt“ berichtet.
Deutlich mehr Mitarbeiter als geplant wollten das Freiwilligenprogramm nutzen – Zalando lehnte nach Unternehmensangaben sogar Anträge ab. Der Konzern hat die „Festlegung von einvernehmlichen Aufhebungsverträgen“ bestätigt und arbeitet eigenen Angaben zufolge bereits länger an agileren Strukturen.
Zalando nannte dabei allerdings keine genaue Zahl der ausscheidenden Beschäftigten. Am Berliner Standort arbeiten derzeit 7700 der weltweit 15.000 Mitarbeiter.
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Gründe für den Umbau: KI und Wettbewerbsdruck
Die internen März-Dokumente nennen mehrere Faktoren für die Kürzungen: Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI), steigende Kundenerwartungen, verschärfter Wettbewerb und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Parallel zur Kürzung in Berlin treibe der Konzern die Expansion nach Rumänien voran, berichtet das „Handelsblatt“. Anfang Juni habe Zalando intern angekündigt: „Ende des Jahres werden wir in Bukarest, Rumänien, einen neuen Zalando-Standort eröffnen.“ Die Niederlassung konzentriere sich auf HR, Controlling und B2B-Abrechnung.
Der neue Standort soll zunächst Aufgaben übernehmen, die bisher externe Dienstleister erledigten. Aktuelle Stellenausschreibungen würden Positionen in diesen Bereichen zeigen.
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Zalando verlagert HR und Finanzen nach Bukarest
Ein internes Dokument habe die Strategie deutlich formuliert: „Im Laufe der Zeit planen wir, ausgewählte Prozesse, operative Tätigkeiten und Dienstleistungen des Personalwesens und des Finanzbereichs dorthin zu verlagern.“ Diese Verschiebung starte 2027 und laufe bis 2028.
Zalando konkretisiert im Gespräch mit dem „Handelsblatt“: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Ende des ersten Quartals 2027 am Standort Bukarest zunächst rund 60 Arbeitsplätze schaffen. Längerfristig planen wir, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen.“
Der Konzern betonte gleichzeitig, Berlin bleibe Hauptsitz und strategisches Zentrum. Ein Kostenfaktor dürfte die unterschiedliche Lohnstruktur sein: Laut Eurostat liegen die Arbeitskosten in Rumänien bei etwa 13 Euro pro Stunde – in Deutschland bei rund 40 Euro (Stand 2024).
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Willkommen in der neuen Ära des permanenten Stellenabbaus
Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt
Der Stellenabbau in Berlin ist Teil einer umfassenderen Restrukturierung. Besonders drastisch: Zalando schließt in Erfurt das älteste Logistikzentrum des Konzerns. Bis Ende September würden über 2100 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Mit seinen Arbeitnehmern habe sich der Konzern im Juni auf einen Sozialplan geeinigt.
Die Verhandlungen zur Erfurt-Schließung seien langwierig gewesen und beschäftigten das Arbeitsgericht Erfurt sowie eine Einigungsstelle. Zalando begründte den Schritt mit einer Neuausrichtung des europäischen Logistiknetzwerks nach der Übernahme des Online-Modehändlers About You.
Im Januar habe der Konzern bereits Kürzungen in der Sparte „Lounge Content Solutions“ angekündigt. Bis Jahresende fielen dort 180 Stellen weg.
lus