Seit Samstag spurlos abgetaucht

Buckelwal vor Kiel – Ministerium rüstet sich für Ernstfall

21.07.2026 – 15:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Rätseln um Bilder von neuem Buckelwal in DänemarkVergrößern des Bildes

Der neue Buckelwal: Eine Dänin machte von einer Brücke über die Meerenge Kleiner Belt aus ein Bild von diesem Tier. (Quelle: Linda Frølund Hansen/Bridgewalking/dpa/dpa-bilder)

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Erst am Fördeausgang, dann in der Innenförde: Das Tier ist bis vor das Stadtzentrum vorgedrungen. Tierschützer glauben zu wissen, welcher Wal da durch die Ostsee irrt – es wäre eine schlechte Nachricht.

In Kiel ist ein Buckelwal aufgetaucht – und wieder verschwunden. Am Samstagvormittag (18. Juli) wurde das Tier in der Innenförde gesichtet, wie das schleswig-holsteinische Umweltministerium mitteilt. Dort tauchte der Wal ab. Seitdem gibt es keine bestätigte Sichtung.

Schon am Freitagnachmittag hatte die Polizei das Ministerium über einen Buckelwal am Ausgang der Kieler Förde informiert. Fachleute begutachteten die Lage vor Ort und bestätigten die Sichtung. Es handelt sich laut Ministerium vermutlich um das Tier, das zuvor in Schottland und Dänemark beobachtet wurde.

Tierschützer nennen ihn „Hartwin“

Tierschützer der Organisation „Stranded No More“ verfolgen die Route dieses Wals seit Wochen – sie haben ihn „Hartwin“ getauft. Mitte Juni tauchte das Tier demnach erstmals in der Ostsee auf, Anfang Juli erreichte es deutsche Gewässer nahe der Halbinsel Holnis. Aufnahmen deuten nach Einschätzung der Tierschützer und dänischer Behörden auf eine Hauterkrankung hin, der Wal wirke geschwächt. Offiziell bestätigt ist die Identität des Kieler Besuchers nicht.

Der "Hartwin" getaufte Buckelwal: Er hat Hautprobleme.Vergrößern des BildesDer „Hartwin“ getaufte Buckelwal: Er hat Hautprobleme. (Quelle: Stranded No More)

Ministerium richtet Meldekette ein

Das Umweltministerium hat eine Meldekette eingerichtet. So will die Behörde von weiteren Sichtungen schnell erfahren – und im Fall einer Strandung sofort reagieren können. Wer den Wal entdeckt, soll großen Abstand halten. Eine Strandung soll bei den örtlichen Behörden gemeldet werden, etwa der Polizeiwache.

„Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld der Tiere stellt in der Regel einen erheblichen Stressfaktor dar und sollte unbedingt vermieden werden“, heißt es in der Mitteilung. Versuche, den Wal großräumig aus der Ostsee zu leiten, seien aus Artenschutzsicht nur unter engen Voraussetzungen vertretbar – bei einem frei schwimmenden Tier kämen sie nicht infrage.

Der Fall weckt Erinnerungen an den Buckelwal „Timmy“: Er war am 23. März vor Niendorf an der Ostsee gestrandet und trotz einer aufwendigen Rettungsaktion verendet. Warum sich zuletzt mehrfach Buckelwale in die Ostsee verirrten, ist nicht abschließend geklärt.

Das Ministerium verweist auf die erholten Bestände seit dem Ende des Walfangs – und auf Belastungen wie Schiffslärm oder Geisternetze, die den Tieren die Orientierung erschweren können.