Man habe in den vergangenen Tagen viel gelitten, resümiert Martin Wacker – Geschäftsführer der Karlsruher Marketing und Event (KME) GmbH, welche Das Fest in Karlsruhe veranstaltet. „Wir sind froh, dass wir die vergangene Woche gut überstanden haben“, sagt der Fest-Chef in Hinblick bei der finalen Pressekonferenz am Dienstagmorgen. Er nimmt Bezug auf die vergangenen Sturm-Ereignisse, „und jetzt auch spüren, dass diese Woche wohl das optimalste Festivalwetter seit vielen, vielen Jahren wird.“

Rückblick: Das Fest am See musste am Donnerstag abgebrochen werden, am Freitag blieb es aufgrund der Wetterlage wie viele weitere Event-Locations in Karlsruhe geschlossen. Man habe viel gelitten in der vergangenen Woche, umso erfreulicher sei der aktuelle Wetterbericht – „wir können es kaum glauben“, so Wacker und geht mit großem Optimismus in die Woche.

Eröffnung Das Fest am See 2026 am 15. Juli 2026.

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Eröffnung Das Fest am See 2026 am 15. Juli 2026.
Foto: Paolo Costanzo

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Eröffnung Das Fest am See 2026 am 15. Juli 2026.
Foto: Paolo Costanzo

Trotz der „Kapriolen“ konnte man beim Fest am See bis Stand Dienstagmorgen 22.000 Besucher begrüßen. Am Dienstag ist der letzte Tag vom Fest am See – dann folgt der Umbautag, gefeiert wird daher am Mittwoch im Alten Schlachthof.

Das Fest-Tickets: 117.000 sind verkauft – Samstag ausverkauft

Auch zahlenmäßig können die Veranstalter zufrieden sein: 117.000 Tickets sind verkauft! Das ist der Stand am Dienstagmorgen (21. Juli). Damit haben die Veranstalter beinahe ihre Planmarke von verkauften 120.000 Tickets für den kostenpflichtigen Hauptbühnenbereich erreicht. „Jetzt merkt man, es kommen die kurzfristigen Käuferinnen und Käufer“, sagt Wacker, denn in Hinblick auf das gute Wetter ist der Ticketverkauf noch einmal angezogen.

Booker Holger Jan Schmidt, Fest-Projektleiter Markus Wiersch und KME-Chef Martin Wacker (v.l.n.r.) bei der finalen Fest-Pressekonferenz 2026.

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Booker Holger Jan Schmidt, Fest-Projektleiter Markus Wiersch und KME-Chef Martin Wacker (v.l.n.r.) bei der finalen Fest-Pressekonferenz 2026.
Foto: Corina Bohner

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Booker Holger Jan Schmidt, Fest-Projektleiter Markus Wiersch und KME-Chef Martin Wacker (v.l.n.r.) bei der finalen Fest-Pressekonferenz 2026.
Foto: Corina Bohner

Der Samstag ist bereits ausverkauft, für den Freitag sind noch knapp 2.000 Tickets zu haben. Besonders gefragt war der Eröffnungs-Donnerstag mit Nico Santos: Allein 800 Karten gingen hier gestern noch über den virtuellen Verkaufstisch.

„Ereignis, das uns alle getroffen und Spuren hinterlassen hat“

Das große Unwetter-Ereignis beschäftigte die Veranstalter auch Tage danach: In vielen Gesprächen wurde die Donnerstagslage aufgearbeitet. Der plötzliche Sturm mit Orkanstärken hat nicht nur auf dem Gelände Spuren hinterlassen, sondern auch bei allen Fest-Beteiligten. Die verletzte Volunteer-Kollegin konnte inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Mount Klotz: Kaputter Baum wird Kunstwerk am 20. Juli 2026.

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Mount Klotz: Kaputter Baum wird Kunstwerk am 20. Juli 2026.
Foto: Thomas Riedel

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Mount Klotz: Kaputter Baum wird Kunstwerk am 20. Juli 2026.
Foto: Thomas Riedel

Der Donnerstagabend war eine Ausnahmesituation für alle Verantwortlichen: „Wenn man an diesem Tag da war und erlebt hat, was uns da getroffen hat – dann weiß man, darauf kann man nicht vorbereitet sein“, sagt Fest-Chef Martin Wacker am Dienstag. Auch mit jahrzehntelanger Erfahrung nicht – auch nicht, wenn man jede mögliche Konstruktion, Optionen und Lösungswege für viele Szenarien vorbereitet hatte: „Weil man an seine Grenzen kommt, an die Grenze dessen, was man planen kann und was man schon erlebt hat.“

Verlust und Veränderung: Verlorener Mount Klotz-Baum stößt neues Projekt an.

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Verlust und Veränderung: Verlorener Mount Klotz-Baum stößt neues Projekt an.
Foto: Thomas Riedel

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Verlust und Veränderung: Verlorener Mount Klotz-Baum stößt neues Projekt an.
Foto: Thomas Riedel

Mount Klotz – für manche mehr Wahrzeichen als die Karlsruher Pyramide

„Wir sind absolut beeindruckt von den Reaktionen, von dem großen Zuspruch, was unser ikonisches Bild betrifft – oben am Mount Klotz.“ Man habe gespürt, wie die Menschen den Baum liebten – für viele ist der Mount Klotz mit zwei Bäumen gar mehr Wahrzeichen als die Pyramide oder der Schlossturm, scherzt Wacker.

Fest-Publikum auf dem Mount Klotz 2025 (Archivbild).

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Fest-Publikum auf dem Mount Klotz 2025 (Archivbild).
Foto: Carmele/TMC-Fotografie.de

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Fest-Publikum auf dem Mount Klotz 2025 (Archivbild).
Foto: Carmele/TMC-Fotografie.de

Man habe viel darüber nachgedacht, wie der zweite Baum zurückkehren könnte. Von Fest-Partnern gab es zeitnahen Zuspruch und die Nachfrage – „was können wir tun?“ Nun soll der verlorene Baum das Symbol der Verbundenheit werden – und diese sei beim Fest kein Zufall. „Das Fest war schon immer nur mehr als Musik“, sagt Wacker. Es ist engagiert in europäischen Festivalverbänden, unterstützt Schulen im Kriegsgebiet der Ukraine mit „Music saves UA“ oder startete in Corona-Zeiten mobile Bühnen im Freien.

Fest-Pressekonferenz am 21. Juli 2026.

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Fest-Pressekonferenz am 21. Juli 2026.
Foto: Corina Bohner

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Fest-Pressekonferenz am 21. Juli 2026.
Foto: Corina Bohner

Neu „Das Fest bewegt“: Spenden für den zweiten Baum – und mehr!

„Wir wollen das als Symbol nutzen“ – und das Fest größer denken. Die Werte der 12-Fest-Tage sollen über das ganze Jahr weitergetragen werden: Zusammenhalt, Achtsamkeit, friedlicher Umgang miteinander. Seit vielen Jahren sammelt das Fest Geld für soziale Initiativen – jetzt haben sie eine eigene Dachmarke: „Das Fest bewegt.

Fest-Stimmung 2025 (Archivbild).

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Fest-Stimmung 2025 (Archivbild).
Foto: Paul Needham

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Fest-Stimmung 2025 (Archivbild).
Foto: Paul Needham

Der zerstörte Baum, ein Aufbruchszeichen für neue Projekte: „Manchmal entstehen die stärksten Bewegungen aus einem unerwarteten Moment“, erklärt Wacker die neue Fest-Marke. „Der Sturm hat eines unserer Wahrzeichen zerstört. Für viele war er Treffpunkt, Orientierung und Sinnbild vieler Fest-Momente.“ Mehr Momentum als nur Natursymbol.

Das Fest bewegt

Unter diesem Dach bündelt sich künftig das gesellschaftliche Engagement von Das Fest. Gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern, Sponsoren und Partnern will man Verantwortung übernehmen – für Karlsruhe und für die Menschen, die hier leben.

Ein Teil der Spenden fließt in die Pflanzung eines neuen Baums auf dem Mount Klotz. Gleichzeitig werden gemeinsam dem Stadtjugendausschuss Karlsruhe soziale Projekte – insbesondere für Kinder und Jugendliche unterstützt. Hier geht es zu Spenden-Kampagne auf „GoFundMe“: https://www.gofundme.com

5.000 Euro gibt es als Sockelbetrag von dm drogeriemarkt – weitere Partner-Spenden sind angekündigt. „Dieser Baum ist Symbol für Beständigkeit – einer hat es geschafft – aber auch für Veränderung und Weiterentwicklung“, so dm-Geschäftsführer Christian Harms. Der Baum ein Symbol – hinter welchem mehr steht: Wie kann man das Miteinander verbessern – im Politischen, im Gesellschaftlichen, aber auch im Ökologischen? „Die Idee der Verlängerung des Fest-Vibes ins Jahr finde ich bärenstark und freue mich daher, dass wir auch hier unterstützen können“, so Harms in Hinblick auf die gebündelten Fest-Initiativen.

Nach dem Schock geht auch wieder Augenzwinkern: Projektleiter Markus Wiersch hat seinen Fest-Merch für 2026 angepasst - nur mit einem Baum.

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Nach dem Schock geht auch wieder Augenzwinkern: Projektleiter Markus Wiersch hat seinen Fest-Merch für 2026 angepasst – nur mit einem Baum.
Foto: Corina Bohner

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Nach dem Schock geht auch wieder Augenzwinkern: Projektleiter Markus Wiersch hat seinen Fest-Merch für 2026 angepasst – nur mit einem Baum.
Foto: Corina Bohner

Geld soll an Jugendhäuser fließen – für mehr Hitzeschutz

Konkret sollen unter anderem die Einrichtungen des Stadtjugendausschusses unterstützt werden: „Ab und zu braucht es Ereignisse, die einem den Fokus weiten“, blickt Daniel Melchien auf die Unwetter-Tage zurück. Er ist Geschäftsführer des Stadtjugendausschusses (stja), welcher auf Das Fest Familienbereich und die Kulturbühne hauptsächlich mitgestaltet. „Schwerpunkte des Stadtjugendausschusses sind Kinderarmut begegnen und politische Bildung fördern – beides ist nicht unwichtiger geworden, aber der Umgang mit Extremwetterlagen kommt jetzt hinzu“, so Melchien.

Daniel Melchien, Geschäftsführer Stadtjugendausschuss.

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Daniel Melchien, Geschäftsführer Stadtjugendausschuss.
Foto: Corina Bohner

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Daniel Melchien, Geschäftsführer Stadtjugendausschuss.
Foto: Corina Bohner

Man müsse sich anders aufstellen – vor allem die Jugendhäuser müssen hitzeresistent gemacht werden: „Wir brauchen Geld, um die Bedingungen entsprechend anzupassen, sodass sie auch bei heißerem Wetter ein Ort sind, wo sich Jugendliche und Kinder wohlfühlen.“ Die Häuser bei extremer Hitze zu schließen, kann keine Lösung sein, so Melchien. Dafür werden finanzielle Mittel benötigt – „das bekommt die öffentliche Hand nicht hin.“

Wetter: Fest-Besucher sollen sich bestmöglich vorbereiten

Hitzeschutz ist auch auf dem Fest 2026 Thema: Es gibt vier große Schattendächer – sogenannte Magic Skys: Neu ist einer über dem Fest-Floor an der Europahalle. Mobile Sonnenschutz-Teams sind auf dem Gelände unterwegs – und dm stellt in diesem Jahr eine zweite „Sonnenmilch-Bar“, an welcher sich alle Fest-Besucher kostenfrei mit Sonnencreme und Co. eindecken können.

Magic Sky vor der Kulturbühne (Archivbild).

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Magic Sky vor der Kulturbühne (Archivbild).
Foto: Corina Bohner

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Magic Sky vor der Kulturbühne (Archivbild).
Foto: Corina Bohner

Sicherheit – nach dem Unwetter am Donnerstag mit Orkanböen – erneut im Fokus der Fest-Vorbereitung,. Projektleiter und Sicherheitschef Markus Wiersch dazu: „Wir haben am Donnerstag etwas erlebt, wovon die Meteorologen sagen, das eigentlich für Karlsruhe unmöglich ist, jetzt ist die Frage – wie kann ich mich auf Unmögliches vorbereiten? Wie kann ich Unmögliches planen?“

Sicherheits-Chef Markus Wiersch informiert über Unwetter 2026.

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Sicherheits-Chef Markus Wiersch informiert über Unwetter 2026.
Foto: Corina Bohner

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Sicherheits-Chef Markus Wiersch informiert über Unwetter 2026.
Foto: Corina Bohner

Sein Fazit: Mögliches, Wahrscheinliches ist planbar – Unmögliches nicht. „Aber – was wir können, ist Vorbereitung! Bestmöglich vorbereitet sein. Das bedeutet für die Besucher in erster Linie: Wie wird das Wetter, welches Schuhwerk ziehe ich an, benötige ich Regencape oder Sonnenschutz?“ Du bist Sicherheit ist eine Leitlinie beim Fest – entsprechende Informationen finden sich auf der Fest-Homepage. Wierschs Appell: „Geht bewusst auf unser aller Festival. Man kann sich nicht auf alles vorbereiten, aber je besser man vorbereitet ist, desto unbeschwerter wird die Festival-Zeit.“