Rund um die Mittagspause sind viele Arbeitnehmer in Elberfeld auf der Suche nach einem schnellen, preiswerten Essen – im Idealfall sollte es auch noch gesund sein und nicht allzu schwer im Magen liegen. Wir testen daher die Angebote der Innenstadt auf „Mittagspausentauglichkeit“. Zu Besuch in „Soma“, Herzogstraße 42.
Das Soma ist seit einiger Zeit in die ehemaligen Räume von Sausalitos eingezogen. In der „Rest-O-Bar“ trifft laut Webseite „die Leichtigkeit internationaler Tapas auf kreative Drinks und ein urbanes Lebensgefühl“. Bis vor Kurzem wurde erst gegen 17 Uhr geöffnet, inzwischen gibt es aber auch einen Mittagstisch mit ausgewählten Gerichten. Mitten in der Fußgängerzone gelegen, trifft zumindest „urban“ zu. Die Tapas sind zumindest beim Lunch von 12 bis 16 Uhr Bowls, Salaten, Pasta und Burgern gewichen.
Knapp zehn Minuten nach dem Bestellen waren die Getränke da, das Essen folgte weitere zehn Minuten später. Wer nicht allzu sehr trödelt, kann ein Mittagessen hier also durchaus in einer 45-Minuten-Pause schaffen.
Ausprobiert wurden zwei Gerichte. Der Avocado Green Burger besteht aus einem Mehrkornbrötchen, einem Avocado-Quinoa-Bratling, Rucola, getrockneten Tomaten, Gurke, roten Zwiebeln und Avocadocreme. Dazu gab es Pommes. Das Gute zuerst: Die Pommes waren ziemlich gut. Der Burger dafür leider nicht: Zu viel Brot, zu trocken, die letzten Bisse waren ein Kampf. Außerdem kam eine Green Falafel Bowl auf den Tisch. Basmatireis, Falafelbällchen, Babyspinat, Gurken, Edamame, Pimientos, Erdnüsse, Frühlingszwiebel, Avocadocreme und Soja-Limetten-Vinaigrette lautet die Beschreibung. Es fehlten Erdnüsse, und die Vinaigrette war offenbar auch nicht dabei. So war es eine etwas trockene Angelegenheit. In der Mitte lockerer Reis, drum herum platziert das grüne Gemüse. Die einzelnen Komponenten konnten, entgegen anderer Bowls, keinen runden Eindruck erzeugen. Insbesondere der Burger lag dann auch etwas länger im Magen, die Bowl schnitt da besser ab. Als Getränk wurden zwei Limonaden (Mango-Drachenfrucht und Lemonsquash-Holunder-Minze) bestellt.
Mit Lunch ab acht Euro wirbt das Plakat vor dem Soma, und es finden sich tatsächlich drei Gerichte für diesen Preis auf der Karte. Die übrigen kosten maximal zwölf Euro, was für ein Mittagessen angemessen ist. Als Deal gibt es für drei Euro noch ein Getränk dazu. Hierzu kann man aus der antialkoholischen Karte wählen zwischen Softdrinks, Wasser, Limonade, Eistee und Saftschorlen, bei den meisten Getränken macht man dabei durchaus ein Schnäppchen.
Der Kellner war aufmerksam und fragte mehrfach, ob alles in Ordnung sei. Leider ist uns nicht vor Ort aufgefallen, dass die ausgeschriebene Vinaigrette einfach fehlte, sonst hätten wir nachgehakt.
Das Soma wirkt wie aus einer Influencer-Welt, es gibt flauschige Sitzecken und viele Pastellfarben. Die Musik war recht belanglos und untermalte das Mittagessen, ohne allzu aufdringlich zu sein.
Die Terrasse ist barrierefrei zu erreichen, wer in den Innenraum möchte, muss aber Stufen überwinden.
Es gibt weitere Specials bei Soma, darunter ein Kaffee- und Kuchenangebot für sieben Euro.
Für Drinks und geteilte Tapas kann das Soma sicher eine gute Anlaufstelle sein. Beim Lunch muss man möglicherweise das richtige Gericht oder einen besseren Tag erwischen.