Die Bilanz ist wirklich beeindruckend: Mit ihrem privaten „Heerdter Gartensalon“ haben Kathrin Weise-Wahlhöfer und ihr Mann Thomas Weise mittlerweile mehr als 100.000 Euro an Spenden zugunsten verschiedener Düsseldorfer Hilfsorganisationen gesammelt. Nach dem Motto „Eine gute Zeit für einen guten Zweck“ hat das Paar nun bereits zum neunten Mal zu einem Get-together geladen. Rund 80 Gäste trafen sich diesmal im Innenhof der Koebe Klinik, einem denkmalgeschützten Gebäudeensemble an der Niederlöricker Straße – komplett saniert, umgebaut und erweitert.

Am Eingang gab es mit dem Begrüßungsdrink gleich auch den Spenden-QR-Code. Denn der eigentliche Kern der Veranstaltung lag – wie bei jedem Gartensalon – im sozialen Engagement. An diesem Sommerabend spielte das Trube-Becker-Haus eine der tragenden Rollen: Alle eingehenden Spenden kommen diesem Projekt zugute, das derzeit auf dem Gelände der Universitätsklinik Düsseldorf als Schutzhaus für von Gewalt betroffene Mädchen und Jungen entsteht.
„Es ist eine Herzensangelegenheit, weil Gewalt gegen Kinder trauriger Alltag ist. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind in Deutschland schätzungsweise bis zu eine Million Kinder und Jugendliche von sexualisierter Gewalt betroffen. Dies entspricht statistisch rund ein bis zwei Kindern in jeder Schulklasse“, erklärte Georgia Ortner, Oberärztin für pädiatrische Gastroenterologie an der Uni-Klinik, Kinderschutzmedizinerin und Foto-Künstlerin.

Die Düsseldorferin ist eine der treibenden Kräfte, die sich für den Bau des rein durch Spenden finanzierten Trube-Becker-Hauses engagieren. „Damit das bislang in Europa einmalige Konzept fertiggestellt werden kann, fehlen noch zwei Millionen Euro. Erst recht, nachdem ein Brand in der vergangenen Woche bei Arbeiten auf der Baustelle ausgebrochen ist“, sagte Ortner.

Und wie bei jedem Heerdter Gartensalon haben die Initiatoren auch diesmal ein aktuelles Aufreger-Thema zur Diskussion gestellt: die Abnehmspritze. Martina Lange, Ärztin für Innere Medizin und bundesweit bekannte Spezialistin für Diabetes mit eigener Diabetesschwerpunktpraxis, bezog in ihrem rheinisch-launigen Vortrag „Die Abnehmspritze – Chancen, Grenzen und medizinische Einordnung“ differenziert und klar Stellung.

Die Abnehmspritze sei kein Lifestyle-Präparat (Stichwort: Bikini-Figur), sondern eine ernst zu nehmende medizinische Therapie für Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) oder Diabetes Typ 2. Während die Medizinerin entschieden das Abnehmen um jeden Preis ablehnte, befürwortete sie den Einsatz der sogenannten GLP-1-Rezeptoragonisten in der multifaktoriellen Therapie des Typ-2-Diabetes. Sie betonte deren Wirksamkeit bei der Gewichtsreduktion und der Senkung des Herzinfarkt- und Schlaganfallrisikos. Allerdings: „Die Behandlung sollte zwingend unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stattfinden“, warnte die Expertin.