Die EU-Kommission hat der Übernahme von Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount unter Auflagen zugestimmt. Paramount müsse seine Anteile an dem
Filmvertriebsunternehmen United International Pictures (UIP) aufgeben, teilte die EU-Kommission mit. UIP ist ein
Gemeinschaftsunternehmen von Paramount und Universal, das Filme an Kinobetreiber vertreibt.

Während trotz der Übernahme im Bereich der Filmproduktion genug
Wettbewerber verblieben, komme es im Bereich des Filmvertriebs dadurch
zu einer »hohen Konzentration«, argumentierte die Kommission. Daher
müsse sich Paramount binnen 13 Monaten
nach Abschluss der Transaktion von seinen Anteilen an UIP trennen. Zudem
dürfe das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren keine ähnliche
Kooperation mit Universal im Bereich des Europäischen Wirtschaftsraums
eingehen.

Die EU-Kommission prüft große geplante Zusammenschlüsse, die Auswirkungen auf den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt haben könnten. Das betrifft auch ausländische Unternehmen mit hohem Umsatz, die in der EU tätig sind.

Warner Bros. Discovery und Paramount betreiben in der EU jeweils unter anderem Streamingdienste, lizenzieren Filme und TV-Formate an europäische Fernsehsender und verleihen Filme. Die EU-Kommission stellte fest, dass es im Bereich der Filmproduktion trotz einer Übernahme genügend Wettbewerber im Europäischen Wirtschaftsraum geben wird. Als Beispiele nannten sie andere große US-Filmstudios wie Disney, NBC Universal (Universal) und Sony, »kleine US-Studios wie Amazon MGM, A24 und Lionsgate sowie europäische Filmstudios«.

US-Bundesrichterin stoppt Übernahme vorerst

Die US-Regierung hatte die Übernahme, die auch den bekannten
Nachrichtensender CNN umfasst, im Juni ohne Auflagen genehmigt. Der
Zusammenschluss werde »voraussichtlich nicht zu einer Beeinträchtigung
des Wettbewerbs und der amerikanischen Verbraucher« führen, teilte das
Justizministerium mit. 

Eine Bundesrichterin im US-Bundesstaat Kalifornien stoppte die Übernahme
am Montag jedoch vorerst
. Kalifornien und elf weitere
US-Bundesstaaten hatten zuvor eine Klage eingereicht. Sie argumentieren,
die Übernahme führe zu »höheren Preisen, geringerer Qualität und
weniger Inhalten« für das Publikum.

Das Geschäft hat eine Summe von rund 111 Milliarden US-Dollar (rund 97 Milliarden Euro). Paramount will die gesamte WBD-Gruppe inklusive Fernsehsendern erwerben, darunter auch CNN. Paramount-Chef
David Ellison und dessen Vater Larry Ellison vom Softwareanbieter
Oracle sind Unterstützer von US-Präsident Donald Trump. Kritiker der Fusion
fürchten daher um die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN.

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