Gianna Nannini
Ein Bauernhof bei Köln veränderte ihre Karriere
23.07.2026 – 05:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Gianna Nannini (Archivbild): Die italienische Rockröhre arbeitete in den 1980er-Jahren viel im Rheinland. (Quelle: Socrates Tassos/ imago)
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Auf einem Hof bei Köln fand Gianna Nannini ihren Sound. Der Produzent lehnte sogar Bowie und Bono ab – bei ihr aber sagte er zu.
Ein alter Bauernhof bei Köln wurde für Gianna Nannini zum Wendepunkt ihrer Karriere. Im Studio des legendären Produzenten Conny Plank in Wolperath, einem 1.500-Seelen-Dorf im Bergischen, fand die italienische Rockmusikerin in den 1980er-Jahren ihren eigenen Sound. Im Interview mit dem „Express“ hat die heute 72-Jährige nun zurückgeblickt – und macht deutlich, wie wichtig das Rheinland für sie war.
Den ersten Kontakt gab es in Köln, im Hotel Intercontinental. Dort kritisierte Plank gleich ihr Album „America“, das auf US-Vorbildern fußte. „Janis Joplin ist nicht mehr da. Du musst an dich denken. Lass uns zusammen deine eigene Essenz finden – als eine mediterrane Stimme“, habe er ihr geraten. Für ihr viertes Album kam Nannini 1982 schließlich in Planks Studio auf dem Bauernhof in Wolperath. „Das war ja gar nicht so weit weg von Köln. Und es war aufregend – Conny hatte ja gerade DAF und Ultravox produziert.“
„Ich habe so sehr gelitten, als Conny starb“
Plank galt als eigenwillig und keineswegs star-orientiert. Sogar David Bowie und Bono von U2 habe er abgelehnt. „Conny arbeitete nie wegen des Geldes“, sagt Nannini. Er habe oft erzählt, er wolle nicht mit dem „kleinen Jesus“ arbeiten. Bei ihr aber sagte er zu: „Deine Stimme ist für Soul gemacht“, habe er gesagt. Die Arbeit auf dem Hof beschreibt sie wie ein Märchen – „magisch“. Musiker wie Annie Lennox oder Annette Humpe kamen dorthin, gegessen wurde gemeinsam mit Planks Familie. Selbst die Küche hatte eine Funktion: Sie war der Testort für den Soundmischer.
Die Zusammenarbeit endete tragisch. Beim gemeinsamen Album „Profumo“ (1986) wirkte Plank bereits erkrankt mit, Ende 1987 starb er. Als das Gespräch auf Planks Tod kommt, beginnt Nannini zu weinen. „Ich habe so sehr gelitten, als Conny starb. So war es nur noch einmal, als mein Vater ging.“ Dass sie damals in Köln ihre Musik aufnehmen konnte, mache sie bis heute stolz: „Das bleibt für immer etwas Spirituelles.“
