(hup) Der Europaplatz kann noch ein bisschen mehr Grünes vertragen. Diese Einschätzung vieler Bürger teilt offenbar auch die Stadt. Anfang Juli hat der Bauhof in Zusammenarbeit mit der Abteilung Grün daher auf einer zuvor verwilderten Grünfläche am Europaplatz in Hochdahl ein landschaftsbauliches Pilotprojekt umgesetzt.

Vor Ort wächst nun „eine harmonisch abgestimmte Mischung aus Bodendeckern, Stauden und niedrigen Gehölzen, die nicht nur hitzebeständiger als übliche Grünpflanzen ist, sondern durch kräftige Farben und eine lange Blühdauer einen Großteil des Jahres für ansprechendes, insektenfreundliches und zugleich pflegeleichtes Stadtgrün sorgt“, informiert die Stadt. Bis es so weit ist, seien allerdings regelmäßige Rückschnitte erforderlich.

Die aus der traditionellen Forstwirtschaft entlehnte Pflanztechnik nennt sich „Coppicing“. Übersetzt bedeutet es „auf den Stock setzen“ und bezeichnet die Praxis, das frisch gepflanzte Grün nach der Anwuchsphase alle zwei bis drei Jahre radikal zurückzuschneiden. Das Ergebnis sind größere Blätter, intensivere Farben und ein flacherer Wuchs der Gehölze, heißt es aus dem Rathaus. Diese Technik komme deutschlandweit bisher nur punktuell zum Einsatz, erfreue sich aber nicht nur in Fachkreisen zunehmender Beliebtheit, da sie sich als natürlicher Feuchtigkeitsspeicher ideal für die klimaangepasste Stadtbegrünung eigne.

Am Europaplatz in Hochdahl kommen dazu unter anderem Trompetenbaum, Hartriegel und Blasenspiere zum Einsatz. Ergänzt werden diese Arten durch verschiedene Pflanzen, die den Boden dicht bedecken und damit vor Austrocknung, Überhitzung und Erosion schützen. Durch die Mischung aus Gehölzen und Stauden finden zahlreiche heimische Insekten Nahrung, während Kleintiere die Fläche als Versteck und Überwinterungsmöglichkeit nutzen können. Dadurch entsteht mitten in der Stadt ein abwechslungsreicher Lebensraum, der ökologische Vielfalt fördert und einen Beitrag zu einem ausgeglicheneren Mikroklima leistet, betont die Verwaltung.

Bewässerung, Pflege und Rückschnitt der Fläche übernehmen die Mitarbeitenden des städtischen Bauhofs. Die kommenden Jahre würden nun zeigen, wie sich die Bepflanzung unter den Bedingungen am Europaplatz entwickelt und ob sich die Technik auch für weitere Standorte im Stadtgebiet eignet.

Ebenfalls für mehr Grünes sollen am totalversiegelten Europaplatz auch die Sitzelemente in Form von riesigen Pflanzkübeln mit ausladenden Drahtschirmen sorgen, um die sich schnell wachsende Grünpflanzen als Schatten spendendes Kronendach ranken. Die Möbel sind schon länger platziert, seit Herbst 2025, aber die Bepflanzung, darunter die Alpenwaldrebe, die bei guten Wachstumsbedingungen eine Höhe von zwei bis drei Metern erreicht, sieht zwar gesund aus, ist mit dem Wachsen aber noch nicht sehr weit fortgeschritten.

Jedenfalls nicht so weit, dass sie schon den gewünschten Schatten spenden könnte. Was Teile der Politik bereits zu einer Anfrage in Richtung Stadt veranlasst hat, ob das ein Fall der Gewährleistung sein und die Stadt auf Kosten des Verkäufers für Neu- beziehungsweise Ergänzungspflanzungen sorgen könne.

Eine Antwort steht noch aus. Bewässert wird die Bepflanzung übrigens über interne Wassertanks mit smarter Solar-Sprinkleranlage.