Frankreich hat angesichts der schweren Waldbrände im Süden des Landes andere EU-Staaten um Hilfe gebeten. Die Regierung habe den Zivilschutzmechanismus der Europäischen Union angefordert, sagte Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Freitag. Frankreich werde damit »schnell« Hilfe von anderen Ländern für die Brandbekämpfung aus der Luft bekommen.

»Wir werden bald auf Verstärkung zählen können«, schrieb Macron im Onlinedienst X. Unter anderem sollten Löschflugzeuge und Schwerlast-Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei die französischen Einsatzkräfte unterstützen.

In Frankreich kämpft die Feuerwehr weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere Waldbrände an der Atlantikküste und im Süden des Landes. Die Einsatzkräfte sind vielerorts am Rande ihrer Belastungsgrenze. An der Küste wurden Tausende Anwohner und Urlauberinnen in Sicherheit gebracht.

Bedrohlich blieb die Lage in der auch bei deutschen Touristen beliebten Region westlich von Bordeaux, wo seit Mittwoch rund 20.000 Menschen vor den Flammen fliehen mussten. Die Behörden hatten dort Evakuierungen angeordnet und eine Messehalle zum Notquartier umfunktioniert. Mehrere Campingplätze in der Nähe von Le Porge wurden geräumt.

Wie die Präfektur in Bordeaux am Abend mitteilte, hat der Brand sich
inzwischen auf 4.800 Hektar ausgedehnt. Die Lage bleibe weiterhin
ungünstig, da das Feuer im gesamten betroffenen Gebiet nach wie vor sehr
aktiv sei. Für Freitag wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in
der Region erwartet.

Im bergigen Hinterland nordöstlich
von Marseille ist unterdessen rund um den Ort Pontevès ein Waldbrand wieder aufgeflammt, den die
Einsatzkräfte zwischenzeitlich eingedämmt hatten. In der Nähe von Marseille wurden mehr als 2.500 Hektar Vegetation vernichtet.

Notstand in zwei Regionen Spaniens

In Spanien hat die Regierung angesichts der verheerenden Waldbrände für zwei Regionen den »Notstand nationaler Tragweite«
ausgerufen. Dieser gelte ab sofort in der Hauptstadtregion Madrid
sowie in der nahegelegenen Provinz Ávila, teilte das Innenministerium in
der Nacht mit. Der Schritt sorgt dafür, dass der spanische Staat mehr Katastrophenhilfe im Kampf gegen die Flammen mobilisieren kann. Zudem wird die Einsatzleitung automatisch von einer militärischen Kriseneinheit übernommen.

In den vergangenen Tagen waren in Spanien
zahlreiche Brände ausgebrochen
. Vor allem ein außer Kontrolle geratener
Waldbrand westlich von Madrid besorgt Einsatzkräfte und Anwohner. In mehreren Gemeinden ordneten die Behörden Evakuierungen an. Insgesamt mussten rings um Madrid bereits 10.000 Menschen ihre
Häuser verlassen. Durch Waldbrände sind in Spanien dieses Jahr bereits 125.000 Hektar Land verbrannt.

Waldbrände

Mehr zum Thema

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Waldbrände:
Früher Urlaubsparadies, heute abgebrannt

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

IPCC-Bericht:
Die Klimakrise erklärt in zehn Punkten

Hitzewelle:
Zahl der Toten durch Waldbrand in Spanien steigt