Die Sommerferien haben begonnen. Viele Wuppertaler Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Personal fahren in den Urlaub, an mehreren Schulen wird in den kommenden sechs Wochen dennoch gearbeitet.
Denn die unterrichtsfreie Zeit wird genutzt, um Bau-, Sanierungs- und Wartungsprojekte an Schulen, aber auch anderen städtischen Gebäuden voranzutreiben. Koordiniert werden die zahlreichen Maßnahmen vom Gebäudemanagement Wuppertal (GMW), das kurz nach Ferienstart über den aktuellen Stand informiert.
Eines der umfangreichsten Investitionsprojekte betrifft derzeit eine Schule, die es noch gar nicht gibt: Für die siebte städtische Gesamtschule laufen aktuell Abrissarbeiten an den alten Fabrikhallen an der Bockmühle. Hier soll Platz für den Neubau entstehen. Insgesamt soll der Bau der siebten Gesamtschule in Wuppertal 157,7 Millionen Euro kosten – die Summe beinhaltet 22,8 Millionen Euro für die schulische Ausstattung sowie Risikopuffer für mögliche Baukostensteigerungen. Das gesamte Bauvorhaben soll bis zum Sommer 2030 abgeschlossen sein.
Am Standort der Grundschule Eichenstraße in Barmen müssen für den Neubau der Bestand schadstoffsaniert und die Nebengebäude abgerissen werden. Weiter fortgeschritten ist hingegen der Neubau der Grundschule Gewerbeschulstraße. Der Rohbau soll im Laufe der Sommerferien stehen, ehe dann die Dachdecker übernehmen. Das neue Domizil für die Schülerinnen und Schüler soll zum Schuljahresbeginn 2028 fertig sein. Aktuell weicht die Grundschule auf den Standort an der Rudolf-Steiner-Straße aus.
„GMW-Mittel zur Bauunterhaltung fließen unter anderem in den Umbau des Schulgebäudes an der Kyffhäuserstraße“, lässt das Gebäudemanagement mitteilen. „Hier entsteht eine neue Dependance der Schule am Nordpark, weil die Kapazitäten der Förderschule an ihren beiden anderen Standorten ausgeschöpft sind.“ In drei Klassenräumen im ersten Obergeschoss der Angelo-Roncalli-Schule werden die alten Fußböden bis auf den Estrich abgeschliffen und erneuert.
Auf weiteren Langzeitbaustellen wie an der Realschule Leimbacher Straße, der Gesamtschule Langerfeld, dem Ganztagsgymnasium Johannes Rau und an der Realschule Vohwinkel geht es ebenfalls weiter.
Anfang des Jahres hatte Oberbürgermeisterin Miriam Scherff angekündigt, dass 2026 und 2027 insgesamt 185 Millionen Euro in den Schulbau investiert werden. Ob aktuell genug in Sachen Schulbau passiert? „Im Prinzip nein“ , sagt Susanne Giskes, Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung. „Aber ich sehe nicht, dass mehr passieren könnte.“ Die Kapazitäten sind stark begrenzt, sowohl personell als auch finanziell, erläutert die SPD-Politikerin. Entsprechend müsse man Priorisierungen vornehmen. „Es wäre blauäugig, zu sagen, man könne noch viel mehr schaffen.“
Um den Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen, muss in der Ferienzeit gebaut werden. Gerade dann kann es aber an Personal in Verwaltung und Bauunternehmen fehlen, wenn Arbeiter mit Kindern in den Urlaub fahren. Personal müsste ansonsten anderweitig abgezogen werden. „Logistisch gesehen ist das alles eine große Herausforderung“, sagt Giskes.
Zwei Bäder bleiben bis
Ende August geschlossen
Wartungsarbeiten finden zudem in der Schwimmoper statt. Hier werden Reparaturen durchgeführt und zusätzlich die Unterwasserscheinwerfer auf LED umgerüstet. Bis zum 30. August bleibt das Bad geschlossen. Auch das Schwimmsportleistungszentrum ist bis Ende August geschlossen. Danach soll das zuletzt gesperrte Aufwärmbecken wieder zur Verfügung stehen.
In den Turnhallen Echoer Straße, Kurt-Schumacher-Straße, Wilkhausstraße und Birkenhöhe werden die Umkleide- und Sanitärbereiche saniert. Außerdem werden Elektro-, Lüftungs-, Heizungs- sowie Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik überholt. In der Turnhalle Reiterstraße werden die alten Fenster und das Vordach erneuert. Im durch das Hochwasser 2021 beschädigte Opernhaus werden als letzte der Maßnahmen im Bereich der Bühnentechnik die Spindelantriebe der Orchesterpodien ausgetauscht. Zudem wird neben weiteren Arbeiten die Beleuchtung durch rund 2000 LED-Leuchten ersetzt.
„Vor allem sind es aber Schulen, die von den Instandhaltungs-, Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen profitieren“, teilt das GMW mit. In der Förderschule am Nordpark werden die WC-Anlagen und die alten Wasser- und Heizungsleitungen erneuert. Im Berufskolleg Elberfeld wird am Döppersberg derzeit eine Etage für die befristete Nutzung durch die Oberstufenklassen des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums hergerichtet. In der Gesamtschule Barmen werden Bodenbeläge ersetzt, unter anderem der Parkettboden in der Mensa. Weiter geht die Dachsanierung an der Erich-Fried-Gesamtschule, wo unter anderem auch die Glasfassade der Mensa saniert wird. An der Grundschule Hütterbusch werden ab August etwa 300 Leuchtstoffröhren gegen LED-Leuchten ausgetauscht. Die Grundschule Mercklinghausstraße erhält im Laufe der Ferien eine Photovoltaikanlage.
Detaillierte Informationen zu Bauprojekten des GMW gibt es zudem im Internet unter