Immer häufiger brennen in Deutschland Wälder und Felder. Teilweise dauert es Wochen, um die Großbrände vollständig zu löschen. Welche Ausmaße das annehmen kann, zeigt ein Blick ins Ausland.
In Frankreich und Spanien brennen derzeit Wälder. In bester Ferienzeit mussten in Frankreich 63.000 Menschen evakuiert werden – ganze Campingplätze und Orte wurden geräumt. Währenddessen ruft Spanien den Notstand aus. Dadurch übernahm das spanische Innenministerium am Freitag die Verantwortung für die Feuerbekämpfung. In den betroffenen spanischen Regionen wurden 10.000 Menschen vor den Flammen evakuiert.
In diesem Jahr sind in Spanien bereits mehr als 100.000 Hektar Land verbrannt. Im Juli kamen 13 Menschen bei einem Feuer im Süden des Landes ums Leben. Grund für die Flammenmeere ist die Hitzewelle und ungünstige Winde. Die trockenen Pflanzen entzünden sich sehr schnell.
Auch in Deutschland steigt die Brandgefahr. 2025 sind rund 2.600 Hektar Wald in Flammen aufgegangen, das war mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr zuvor. Zuletzt bekam die Feuerwehr in Mecklenburg-Vorpommern einen schwierigen Großbrand unter Kontrolle. Auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen musste gelöscht werden. Dort geriet unter anderem ein abgeerntetes Feld in Brand. „Die Waldbrandgefahr war und ist überdurchschnittlich groß und wird das in den nächsten Wochen vermutlich auch bleiben“, warnt Ulrich Cimolino, Leiter des Arbeitskreises Waldbrand beim Deutschen Feuerwehrverband (DFV). Das liege in weiten Teilen an zu großer Trockenheit – im Winter habe es in Deutschland zu wenig geregnet. Hinzu kam die jüngste Hitzewelle. „Phasen trockeneren und heißeren Wetters begünstigen die Entstehung solcher Feuer und bereiten einer schnelleren Ausbreitung den Boden“, erklärt Cimolino unserer Redaktion. „Bisher sehen wir eine Häufung von Waldbrandjahren seit 2018, wie es die so in den letzten 150 Jahren noch nicht gab.“
Alte Munition als Brandherd
Zusätzlich zu den Auswirkungen des Klimawandels gibt es in einigen Bundesländern wie Sachsen oder Nordrhein-Westfalen ein weiteres Problem: Wenn die Hitze auf alte Munition stößt, kann sich diese spontan selbst entzünden und Brände verursachen. Anfang Juli war die Feuerwehr in der sächsischen Gohrischheide im Einsatz, die stark munitionsbelastet ist. Immer wieder waren Detonationen zu hören. Die Brandursache blieb zunächst unklar.
Die Kommunen und Städte sind in erster Linie dafür verantwortlich, die Brände unter Kontrolle zu bringen. Sie können aber auch Hilfe des Bundes beantragen – zum Beispiel Amtshilfe der Bundeswehr und Bundespolizei. Gerade für Einsätze in Gebieten mit viel alter Munition im Boden sind Löschhubschrauber ein essenzieller Teil der Brandbekämpfung. Doch hier könnte Deutschland besser aufgestellt sein, sagt Cimolino. Nicht die Zahl der Helikopter sei das Problem. Es müsse einfacher werden, die bereits in den Anfangsphasen von Bränden anzufordern, „bevor die Lagen unkontrollierbar werden“.
Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) möchte bis 2029 zehn Milliarden Euro in den Zivil- und Katastrophenschutz stecken. So steht es im sogenannten Pakt für den Bevölkerungsschutz, den das Kabinett im Mai beschlossen hat. Davon wäre auch vieles für die Brandbekämpfung einsetzbar. Doch das beste Mittel gegen Brände ist erst gar keine auszulösen.
Bei knapp jedem fünften Brand geht die Polizei von Brandstiftung aus, über ein Viertel der Brände geht auf fahrlässiges Verhalten zurück. Um Letzteres zu vermeiden, warnt der Feuerwehrverband vor offenen Flammen im Wald, was in ganz Deutschland ohnehin zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober verboten ist – in manchen Regionen sogar ganzjährig. Feuer sollten schon im Verdachtsfall der Feuerwehr gemeldet werden. „Maschinen beziehungsweise Arbeit der Land- und Forstwirtschaft sind leider oft selbst Zündquellen“, sagt Cimolino. Er empfiehlt Landwirten, darauf zu achten, ob ihre Fahrzeuge überhitzen und eigenes Löschgerät mitzuführen.