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Brüssel – Die 890 Millionen Euro-Rekordstrafe, die die EU-Kommission gegen den US-Techriesen Google verhängt hat, bringt US-Präsident Donald Trump (80) zum Toben: Die Europäische Union werde „einen sehr hohen Preis für dieses illegale und höchst unethische Verhalten zahlen“, vor dem er „immer wieder gewarnt habe“, drohte Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. Er gehe davon aus, dass „die Strafen (…) vollständig rückgängig gemacht“ würden, wütet Trump weiter – und kündigt zugleich weitere Strafzölle an.

Dabei verliert die Millionen-Klatsche für Google beim Blick auf die Geschäftszahlen schnell an Wucht.

BILD hat nachgerechnet: Die Google-Mutter Alphabet setzte im zweiten Quartal 2026 umgerechnet rund 102 Milliarden Euro um. Anteil am weltweiten digitalen Werbeumsatz: bis zu 30 Prozent! Der Umsatz pro Tag liegt demnach bei 1,12 Milliarden Euro. Macht pro Stunde etwa 47 Millionen Euro. Heißt: Die neue EU-Strafe entspricht – je nach Wechselkurs – nur rund 18 Stunden Konzernumsatz! Peanuts für den Internet-Riesen.

Streng mit Google: EU-Technologie-Kommissarin Henna ​Virkkunen (54)

Streng mit Google: EU-Technologie-Kommissarin Henna ​Virkkunen (54)

Foto: Getty Images

Oder anders gesagt: Das Geld ist schnell wieder verdient. Nicht einmal ein einziger Geschäftstag reicht Google, um den Gegenwert der Strafe umzusetzen. Verrechnet man die EU-Strafe nur mit dem Konzern-Gewinn (rund 18,7 Millionen Dollar, also 16,45 Mio. Euro pro Stunde), dauert es allerdings länger. Dafür muss Google etwa 56 Stunden laufen, also knapp zweieinhalb Tage.

Hintergrund: Die EU-Kommission wirft Google vor, den Wettbewerb im Internet verzerrt zu haben. In der Suche seien eigene Angebote bevorzugt worden. Zudem habe der Konzern App-Anbieter auf Android daran gehindert, Kunden auf alternative Bezahlwege und App-Stores hinzuweisen.

„Mit dieser Entscheidung wollen wir Wettbewerb ‌sicherstellen“, betonte Technologie-Kommissarin Henna ​Virkkunen. Die Alphabet-Tochter mache gute ‌Fortschritte bei der Einhaltung europäischer Vorschriften. Damit ​scheinen zusätzliche Strafen für die beanstandeten Verstöße vorerst vom Tisch zu sein.

Google schießt zurück

Der Konzern weist die Vorwürfe zurück. Die Vorgaben aus Brüssel verschlechterten die Qualität der Google-Suche und schwächten die Sicherheitsmechanismen des Play Stores. Eine Klage gegen den Bußgeldbescheid schließt Google nicht aus. Die Geldbußen sind die ‌ersten, die ⁠die ⁠EU auf Basis des Gesetzes über digitale ‌Märkte (Digital Markets Act, ​DMA) gegen Google verhängt hat.

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Die neue Geldbuße ist längst nicht die erste. Einschließlich der aktuellen Entscheidung summieren sich die EU-Kartellstrafen gegen Google inzwischen auf 10,38 Milliarden Euro. Erst Anfang Juli bestätigte der Europäische Gerichtshof zudem endgültig die milliardenschwere Android-Strafe von 4,1 Milliarden Euro.