Nach rund einjähriger Vorbereitungszeit durch engagierte Bürgerinnen und Bürger ist nun die Bürger Energie Genossenschaft Viersen eG i.G. auch offiziell gegründet worden. Insgesamt 26 Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung und vollzogen damit die formelle Gründung der Genossenschaft. Damit kann die Genossenschaft nun ihre Arbeit aufnehmen.
Sie strebt an, eng mit der Stadt Viersen zusammenzuarbeiten. Das zeigt sich auch in der Besetzung der Gremien: Bei der Gründungsversammlung wurde neben der Zustimmung zur Satzung der Genossenschaft auch der Aufsichtsrat gewählt und anschließend der Vorstand bestellt. Neben Bürgermeister Christoph Hopp als Vertreter der Stadt Viersen gehören dem Aufsichtsrat Marco Beckers, Malte Brutschy, Morten Endrikat und Peter Schmitz an. Der Vorstand setzt sich aus Christoph Daum, Nora Hommes, Jan Hommes, Tim Kröber und Reiner Rohlfs zusammen.
Zudem wurden die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen geschaffen, um die Genossenschaft erfolgreich aufzubauen und künftige Energieprojekte zu entwickeln. „Gemeinsam wollen die Verantwortlichen die Energiewende vor Ort aktiv mitgestalten und Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnen, sich an regionalen Energieprojekten zu beteiligen“, heißt es.
„Klimaschutz und eine sichere Energieversorgung gelingen am besten gemeinsam. Die Bürger Energie Genossenschaft Viersen bringt Menschen zusammen, die Verantwortung für ihre Heimat übernehmen und die Energiewende vor Ort aktiv gestalten wollen“, sagte Bürgermeister Hopp. So ermöglicht die neu gegründete Genossenschaft ihren Mitgliedern, einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Daneben können die Mitglieder am wirtschaftlichen Erfolg der Genossenschaft teilhaben, sobald entsprechende Überschüsse erwirtschaftet werden.
„Bürgerenergiegenossenschaften stärken die regionale Wertschöpfung, weil Investitionen und Einnahmen in der Region bleiben“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Malte Brutschy. Auch die Viersener Genossenschaft verfolgt diesen Ansatz. Ziel ist, erneuerbare Energieanlagen in Bürgerhand zu entwickeln, zu finanzieren und zu betreiben. Dabei stehen Transparenz, Mitbestimmung und eine breite Beteiligung der Bürgerschaft im Mittelpunkt. Langfristig soll die Genossenschaft dazu beitragen, die lokale Energieversorgung nachhaltiger, unabhängiger und zukunftssicher zu gestalten.
Aktuell befindet sich die Bürger Energie Genossenschaft Viersen eG i.G. im Gründungs- und Prüfungsverfahren, das Voraussetzung für die Eintragung in das Genossenschaftsregister ist. „Seit ihrer Gründung arbeitet die Genossenschaft bereits intensiv an ersten Projektvorhaben“, teilte die Genossenschaft mit. Im Mittelpunkt stehen zunächst Photovoltaikanlagen auf Industriehallen, landwirtschaftlichen Gebäuden sowie Mehrfamilienhäusern. Gerade in diesen Bereichen sieht die Genossenschaft großes Potenzial. Eigentümerinnen und Eigentümer könnten dabei von der Erfahrung der Genossenschaft profitieren. Die Genossenschaft übernimmt Planung, Finanzierung und Betrieb der Anlagen und entlastet die Eigentümer so bei den damit verbundenen organisatorischen und rechtlichen Anforderungen. Perspektivisch sollen auch Freiflächen-Photovoltaikanlagen entwickelt und betrieben werden.
„Wir freuen uns sehr, dass ein Ausschuss des Stadtrats die Stadtverwaltung beauftragt hat, eine geeignete Dachfläche auf städtischen Gebäuden für eine Nutzung durch die Genossenschaft zu identifizieren und entsprechende Gespräche aufzunehmen. Das zeigt, dass die Stadt die Idee einer bürgergetragenen Energiewende aktiv unterstützt“, betont Vorständin Nora Hommes. „Wenn die Genossenschaft auf städtischen Dächern Photovoltaikanlagen errichten kann, wird dies eine wichtige Signalwirkung für die Bevölkerung und weitere potenzielle Projektpartner haben.“ Doch nicht nur städtische Gebäude stehen auf der Wunschliste: „Wir suchen weiterhin geeignete Dachflächen auf Industrie- oder Gewerbegebäuden und Mehrfamilienhäusern und freuen uns über jede Anregung aus der Bevölkerung“, erklärt Vorstandsmitglied Christoph Daum.