Die Euronext-Weizenpreise gaben zeitweise um mehr als 6 % nach, nachdem Berichte über Gespräche der Ukraine zu möglichen Mechanismen für die Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs in den Häfen des Großraums Odessa die Hoffnung nährten, dass die Exporte über das Schwarze Meer vor massiven Störungen bewahrt werden könnten. 

Der für September fällige Kontrakt für Mahlweizen an der Pariser Börse Euronext notierte zum Handel-Schluss bei 232,75 Euro je Tonne und damit 10,25 Euro niedriger, nachdem er im Handelsverlauf sogar auf ein Tief von 226,25 Euro je Tonne gefallen war. Der nachfolgende Dezember-Kontrakt notierte zum Handel-Schluss bei 236,25 Euro je Tonne und damit 8,25 Euro niedriger. Der meistgehandelte Weizenkontrakt in Chicago verzeichnete zum gleichen Zeitpunkt ein Minus von 4 %. 

Dem Vorschlag zufolge müssten Reedereien sowohl die ukrainischen als auch die russischen Behörden benachrichtigen, bevor Schiffe Häfen in einem der beiden Länder anlaufen, berichtete das Medienunternehmen ExpertGrain. Im Gegenzug würden Schiffe, die unter der Flagge teilnehmender Staaten fahren, nicht angegriffen. China, Indien und einige arabische Länder würden als potenzielle Teilnehmer angesehen, hieß es. 

Eine zweite Option wäre die Schaffung vorübergehender zwei- bis dreitägiger Waffenstillstandsfenster für Schiffe, die in Häfen ein- und auslaufen können. Reuters konnte den Bericht nicht sofort bestätigen. Es sei keine formelle Vereinbarung bekannt gegeben worden und Details seien noch in Verhandlung, sagte ExpertGrain. 

In seiner jüngsten Prognose schätzt das Institut IKAR die russische Weizenernte auf 90 Millionen Tonnen und erwartet für das Wirtschaftsjahr 2026/27 ein Exportvolumen von 44,5 Millionen Tonnen. 

Der Maiskontrakt für die Ernte 2026 (November) fiel an der Pariser Börse Euronext bis um zum Handel-Schluss auf 259,75 Euro je Tonne und verzeichnete damit lediglich ein Minus von 2,75 Euro. 

Der für August fällige Kontrakt für Raps fiel an der Pariser Börse mit den stark fallenden Ölpreise bis um zum Handel-Schluss auf 515,75 Euro je Tonne und verzeichnete damit ein Minus von 28,25 Euro je Tonne.