Frau Traidl-Hoffmann, Herr Wehler, viele leiden unter diesem heißen Sommer. Macht sich dies auch in der Notaufnahme der Uniklinik Augsburg – mit jährlich rund 90.000 Patienten eine der größten in Deutschland – bemerkbar?

MARKUS WEHLER: Ja, sehr klar. Wir beobachten seit einigen Wochen einen Anstieg hitzebedingter Behandlungsfälle. Besonders häufig werden derzeit Patientinnen und Patienten mit Kreislaufbeschwerden wie Schwindel, Kollaps oder Ohnmachtsanfällen versorgt. Hiervon sind nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern auch vergleichsweise junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren.

Das klingt recht harmlos – das Robert-Koch-Institut geht von Tausenden Hitzetoten 2026 aus.

WEHLER: Hitze als Todesursache ist ein sehr weit gefasster Begriff, er bildet sich in zahlreichen, individuellen und unterschiedlichen Krankheitsbildern ab. Dass zum Beispiel Schlaganfälle bei älteren Menschen hitzebedingt häufiger vorkommen, haben Studien unserer Universitätsmedizin belegt.