Vor 25 Jahren erschien mit „Halo: Combat Evolved“ der erste Teil einer Serie, der First-Person-Shooter auf Konsole prägte und eine treue Fanbase aufgebaut hat, die ihresgleichen sucht. Zum Jubiläum veröffentlicht Microsoft ein Remake, das das Spiel sowohl grafisch als auch spielerisch für Fans und neue Spieler interessant machen möchte.

Das Original war ein Launch-Titel der ersten Xbox-Generation und begeisterte Spieler und Presse gleichermaßen. Grafik und Präsentation, kombiniert mit der intuitiven Steuerung, waren revolutionär und prägten das Genre für die kommenden Jahre.

Information

Kaufempfehlung
Für wen lohnt sich „Halo: Campaign Evolved“?

Fans des Originals: Wer „Halo: Combat Evolved“ damals auf der ersten Xbox geliebt hat, bekommt hier eine moderne Neuauflage, die Atmosphäre, Story und Spielgefühl respektvoll bewahrt und technisch eindrucksvoll aufpoliert.

Shooter-Fans mit Lust auf Klassiker: Wer erfahren möchte, warum „Halo“ das Konsolen-Shooter-Genre geprägt hat, findet hier einen zeitlosen Mix aus taktischen Kämpfen, spannender Science-Fiction-Geschichte und abwechslungsreichen Fahrzeugpassagen.

Koop-Spieler: Wer die Kampagne gemeinsam mit einem Freund erleben möchte, bekommt auch heute noch eines der unterhaltsamsten Koop-Abenteuer des Genres – inklusive legendärer Warthog-Momente.

Eher nichts für: Spieler, die modernen Komfort, offene Bewegungsfreiheit und ein umfangreiches Multiplayer-Angebot erwarten. Einige Designentscheidungen stammen unverkennbar aus einer anderen Spiele-Generation, und der hohe Preis fällt angesichts des fehlenden Mehrspielermodus ins Gewicht.

Worum geht es in „Halo: Campaign Evolved“?

Wie in einem guten Film werden wir mitten in die Geschichte geworfen. Auf der Flucht vor der „Allianz”, einem Bündnis verschiedener Alien-Rassen, wird unser Schiff „Pillar of Autumn” schwer beschädigt und von den Feinden geentert. Wir sind der Master Chief, ein Super-Soldat, der aus dem Kälteschlaf geweckt wird, um die Feinde zu bekämpfen.

Doch der Kampf ist verloren, und so nutzen wir die letzte Rettungskapsel, um auf einer seltsamen Ringwelt zu landen. Diese wurde künstlich hergestellt und ist eine Mischung aus unbekannter Technik und einer wunderschönen Welt mit Bergen, Wäldern und Ozeanen.

Unsere Aufgabe ist es nun, weitere Überlebende der „Pillar of Autumn” zu finden und das Geheimnis der Ringwelt zu lüften. Begleitet werden wir dabei von Cortana, der KI des Schiffs, die auf keinen Fall in die Hände des Feindes gelangen darf und uns fortan mit wichtigen Informationen und witzigen Sprüchen unterstützt. Im Laufe der Geschichte stoßen wir auf viele Gefahren, von denen sich die gegnerischen Kämpfer der Allianz noch als das kleinere Übel herausstellen.

Wie spielt es sich?

Die Unreal Engine verleiht den klassischen Kämpfen einen modernen Anstrich, ohne das Spielgefühl des Originals zu verändern. - © Halo Studios

Die Unreal Engine verleiht den klassischen Kämpfen einen modernen Anstrich, ohne das Spielgefühl des Originals zu verändern.
(© Halo Studios)

Im Kern spielt sich „Halo: Campaign Evolved” weiterhin wie ein klassischer Shooter. Wir bekämpfen in weitläufigen Arealen und dunklen Bauten unterschiedliche Gegner. Dazu nutzen wir Schusswaffen und Granaten. Kommt uns ein Gegner zu nahe, hilft uns auch mal ein gezielter Schlag mit dem Gewehrkolben.

Das klingt zunächst vertraut, aber „Halo“ bot hier bereits damals besondere Features. Statt einer klassischen Lebensleiste steht zunächst der regenerierende Energieschild im Vordergrund. Ist die Energie aufgebraucht, kann schon der nächste Treffer tödlich sein. Dann müssen wir uns aus dem Gefecht zurückziehen, bis der Schild nach einigen Sekunden wieder aufgeladen ist. Dadurch entstehen Kämpfe mit einem Rhythmus aus Angriff, Rückzug und Neupositionierung. Einfach nur verstecken reicht meistens nicht aus, denn die Gegner setzen unsere Position immer wieder unter Druck.

Da uns nur ein sehr begrenztes Waffeninventar zur Verfügung steht, müssen wir uns auf zwei Waffen beschränken. Geht uns die Munition aus, können wir uns glücklicherweise auch mit Waffen der Gegner ausrüsten. Menschliche Waffen verursachen mehr Schaden, während die Waffen der Allianz zuverlässiger gegnerische Schilde durchbrechen. Kombinieren wir geschickt beide Gattungen, kommen wir deutlich leichter durch die Gefechte.

Gegner agieren sehr intelligent und haben erkennbare Rollen. Einfache Soldaten stürmen auf uns zu, geraten aber schnell in Panik, wenn ihr Anführer ausgeschaltet wurde. Elitegegner agieren deutlich aggressiver und sind durch ihren Schild besonders widerstandsfähig. Kämpfe fühlen sich nicht wie einfache Schießbuden an, sondern verlangen von uns Prioritäten und Taktik.

Zusätzlich sorgen Fahrzeuge wie der ikonische Warthog für Abwechslung. Wir brettern durch offene Landschaften und säubern gegnerische Stellungen erst mit dem schweren Geschütz, bevor wir uns ins Gefecht stürzen. Die Steuerung ist zwar immer noch etwas eigenwillig, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht sie gut von der Hand. Einige der im Spiel existierenden Fahrzeuge sind sogar das erste Mal spielbar.

Was hat uns gefallen?

Actionreiche Gefechte und ikonische Fahrzeuge gehören auch 25 Jahre später zu den großen Stärken von

Actionreiche Gefechte und ikonische Fahrzeuge gehören auch 25 Jahre später zu den großen Stärken von „Halo“.
(© Halo Studios)

Von Anfang an hat uns „Halo: Campaign Evolved” wieder in seinen Bann gezogen. Die spannende Geschichte wurde noch cineastischer erzählt, und die Welt sieht dank Unreal-Engine wirklich atemberaubend aus.

Insgesamt funktioniert das Spielgefühl auch heute noch erstaunlich gut. Die Mischung aus Action, taktischen Kämpfen und atmosphärischer Erzählung hat nichts von ihrer Faszination verloren. Die verbesserte Gegner-KI, mehr steuerbare Fahrzeuge und die optimierte Steuerung runden das Paket ab.

Auch im Koop-Modus macht „Halo: Campaign Evolved” immer noch eine gute Figur. Wenn wir gemeinsam mit einem Freund auf einem Warthog durch die Szenerie rasen, einer am Steuer und einer am Geschütz, erinnert uns das an die gute, alte Zeit mit langen Nächten bei Energydrinks und Chips.

Was hat uns nicht gefallen?

„Halo: Campaign Evolved” hätte ein paar weitere Änderungen gutgetan, um das Spielgefühl zu verbessern. Zum Beispiel haben wir vermisst, uns an höher liegenden Stellen hochziehen zu können. Stattdessen müssen wir immer noch die alten, langen Umwege zurücklegen, um an einen Schalter zu kommen, der vielleicht drei Meter über uns schwebt.

Schade ist, dass der Multiplayer-Modus der Schere zum Opfer gefallen ist. Dieser sorgte für die Langzeitmotivation, wenn man die Kampagne durchgespielt hat. Immerhin können wir die Kampagne weiterhin im Koop-Modus spielen.

Am meisten bemängeln wir aber den hohen Preis des Spiels. Die Ringwelt sah noch nie so schön aus, aber wir sehen es kritisch, dass das allein die Kosten eines Vollpreis-Spiels wert sein soll. Hier hätte Microsoft auch gerne 20 Euro weniger verlangen können.

Unser Fazit zu „Halo: Campaign Evolved“

„Halo: Campaign Evolved” modernisiert einen der prägendsten Shooter der Spielgeschichte überzeugend und wird Fans der Serie mit einer detailreichen Neuinterpretation der Ringwelt sicherlich begeistern. Aber auch sonst handelt es sich um ein durchaus gelungenes Spiel, das manchmal den Komfort der heutigen Zeit vermissen lässt.

„Halo: Campaign Evolved” ist ab dem 28. Juli 2026 für PC, Xbox Series S/X und erstmals auch für Playstation 5 erhältlich. Der Preis liegt bei 60 Euro. Wer bereit ist, 80 Euro für die Premium-Edition zu bezahlen, kann bereits am 23. Juli starten und erhält zusätzlich eine digitale Story- und Kunstsammlung mit Hintergrundinformationen sowie ein zusätzliches Texturenpack für die Rüstung des Master Chief.

Wer nicht bereit ist, das Geld auszugeben, findet „Halo: Campaign Evolved” ab Tag 1 auch im Gamepass oder greift zur „Master Chief Collection” von 2019. Die ist zwar grafisch nicht ganz so aufregend, beinhaltet aber ganze fünf Teile der Serie, um tief ins Halo-Universum einzutauchen.

Transparenzhinweis: Für diesen Test wurde uns vom Publisher ein kostenloser Review-Code zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf unsere Wertung. Wir haben das Spiel auf dem PC getestet.

Teilwertungen:

Gameplay: 8/10

Story: 9/10

Technik: 9/10

Umfang: 7/10

Innovation: 6/10

Gesamtwertung: 8/10

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