(biro) Eine besondere Ehrung ist Fotograf Guido de Nardo aus Kempen zuteilgeworden: Im Rahmen der gemeinsamen Lossprechungsfeier der Fotografen-Innungen Düsseldorf-Köln-Aachen sowie des Verbands der Berufsfotografen Ruhr wurde de Nardo für sein 40-jähriges Betriebsjubiläum geehrt. Die stellvertretende Vorsitzende der Handwerkskammer Düsseldorf, Sandra Gronemeier, überreichte die Ehrenurkunde.
Seit 2012 führt de Nardo am Buttermarkt seine „Photolounge“ unter dem Namen „b-14“, denn das Fotostudio liegt am Buttermarkt 14. Die Leidenschaft für die Fotografie entdeckte er durch seinen Vater. Der war ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf, schon als Kind zeigte er dem Sohn das Fotografieren und auch das Entwickeln von Filmen, denn daheim gab es im Keller eine Dunkelkammer. „Bilder zu entwickeln, zu gestalten, Licht und Schatten“, das faszinierte den jungen Guido früh. Schon als Zehnjähriger durfte er Vaters Kamera nutzen – kein Wunder, dass er sich wenige Jahre später nach einer Lehrstelle umsah und diese im Alter von 15 Jahren in Düsseldorf antrat. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung war er zunächst angestellt, bevor er sich 1984 in Viersen-Dülken selbstständig machte. Als er 1986 die Meisterprüfung bestand, gehörte er zu den jüngsten Fotografenmeistern in Deutschland.
Bis ins Jahr 2000 arbeitete der heute 64-Jährige analog, dann wechselte er in die digitale Fotografie. „Ganz schön teuer war das damals“, erinnert er sich. Analoge Kameras findet er nach wie vor toll, sammelt sie auch, nutzt sie aber nicht mehr. Nur noch wenige Menschen würden heute analog fotografieren, erzählt er. Sie könnten zwar ihren Film noch zur chemischen Entwicklung etwa in einen Drogeriemarkt bringen, „aber auch dann wird das Bild digitalisiert, man kann es zwar drucken, ist aber sofort in der digitalen Welt.“ So mancher fotografiere noch analog, entwickle die Bilder selbst, doch das sei ein Hobby, für das man dann eben eine eigene Dunkelkammer benötige.
Zu ihm kommen unter anderem Menschen, die Porträtfotos oder Hochzeitsbilder wünschen. Daneben kann man bei de Nardo auch Kellerfunde digitalisieren lassen: Dias etwa, Super-8-Filme oder Videokassetten. Wer die überbordende Fotosammlung vom Smartphone aufräumen und die schönsten Bilder ausdrucken oder in einem Fotobuch versammelt haben möchte, kann zu ihm kommen, ebenso derjenige, der Reproduktionen oder Vergrößerungen wünscht. Das komme immer wieder vor, erzählt er. „Die Leute sind glücklich, wenn sie jemanden finden, der das kann.“
Wenn de Nardo unterwegs ist, hat er immer eine kleine Kamera dabei – nur für den Fall, dass er unterwegs etwas sieht, was er festhalten möchte, aktuell etwa die Strohballen auf den Feldern. Bunt dürfen seine Bilder gern bleiben, „bei Nachtaufnahmen bevorzuge ich schwarz-weiß, aber wenn man ansonsten plakative Farben hat, sollte man sie auch erhalten“, sagt er. Produkt- und Industrieaufnahmen zählen außerdem zu seinem Angebot, nur die Luftaufnahmen, die er früher so gern machte, sind selten geworden. „Früher hing ich wirklich angeschnallt und bei offener Tür im Flugzeug und schoss Fotos“, sagt er und fügt lachend hinzu: „Aber das ist nicht mehr so leicht. Das Alter geht nicht an einem vorüber.“