Am 26. Juli riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den europäischen Ländern angesichts eines Anstiegs der West-Nil-Virus-Fälle auf dem gesamten Kontinent, die Überwachung von Mücken zu verstärken und die öffentliche Gesundheitskommunikation zu intensivieren.

Griechenland verzeichnet derzeit mit 21 Fällen die höchste Infektionszahl, 20 davon mit Komplikationen des zentralen Nervensystems wie Enzephalitis oder Meningitis. Italien hat den am weitesten verbreiteten Ausbruch mit 21 Fällen in 17 Regionen. Spanien , Rumänien und Nordmazedonien melden jeweils zwei Fälle.

Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, wies darauf hin, dass steigende Temperaturen und längere Sommer die Lebensdauer von Mücken verlängern und somit zu einer schnelleren Ausbreitung des Virus führen. Etwa 70–80 % der Infizierten zeigen keine Symptome; andere können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Übelkeit verspüren. Allerdings entwickelt etwa eine von 150 Infektionen schwere Symptome, die das Nervensystem betreffen und potenziell zum Tod führen können.

Das West-Nil-Virus wird hauptsächlich durch Mücken übertragen, die sich an infizierten Vögeln vollgesogen haben. Die Infektionswelle erreicht ihren Höhepunkt typischerweise zwischen Juli und September. Derzeit gibt es weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung für Menschen.

Die WHO empfiehlt, lange Kleidung zu tragen, Insektenschutzmittel zu verwenden und stehende Gewässer zu beseitigen.