Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fünf
Bundeswehrsoldaten wegen des Verdachts des Diebstahls während der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in
Kabul. Es handelt sich laut Bild am Sonntag unter Berufung
auf Bundeswehrkreise um Soldaten des
Fallschirmjägerregiment 31 der Luftlandebrigade 1, welche dem Einsatzkontingent
angehörten.
Die Diebstähle sollen sich im
militärischen Teil des Flughafens ereignet haben, in dem unter anderem
militärische Ausrüstung verkauft wird. Die bewaffneten Soldaten
sollen dort T-Shirts und Stoffabzeichen für die
Uniform gestohlen haben. Auch von Messern sei in
Bundeswehrkreisen die Rede. Die Ermittlungen dauern laut der Sprecher der
Staatsanwaltschaft an.
Ermittlungen durch andere Untersuchung angestoßen
Die Ermittlungen begannen dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr, als gegen ein anderes Fallschirmjägerregiment mit der Nummer 26 ermittelt wurde. In Befragungen innerhalb der Bundeswehr berichteten Soldaten von den Vorfällen in
Kabul.
Die Wehrdisziplinaranwaltschaft schaltete
unverzüglich
nach Kenntnis eines
möglichen Straftatbestands die Staatsanwaltschaft Kempten ein, wie eine Sprecherin
des Verteidigungsministeriums der Bild am Sonntag mitteilte. Die
Staatsanwaltschaft wiederum schaltete über die Generalstaatsanwaltschaft München den
Generalbundesanwalt ein, um ein etwaiges Vorliegen von Plünderungen zu untersuchen.
Wie das Bundesverteidigungsministerium der Bild am Sonntag bestätigte, sei im Zuge der Ermittlungen
auch Bildmaterial ausgewertet worden. Es wurden jedoch »keine Handlungen
identifiziert, die den Tatbestand der Plünderung erfüllen«. Der Verdacht möglicher Verstöße gegen das
Völkerstrafgesetzbuch wurde damit von der Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben ausgeräumt. Die Ermittlungen liegen nun
wieder in Kempten.
Der
Straftatbestand Diebstahl mit Waffen könnte der Bild am Sonntag zufolge vorliegen, da die Soldaten
bei dem Einsatz am Flughafen bewaffnet waren.
© Lea Dohle
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Laut dem Bericht wurden Verteidigungsminister Boris
Pistorius (SPD) und der Inspekteur des Heeres,
Generalleutnant Christian Freuding, über das Ermittlungsverfahren informiert.
Die Evakuierung der afghanischen Ortskräfte nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2021 steht unter Kritik. Viele der afghanischen Ortskräfte wurden nicht in Sicherheit gebracht. Tausende waren angereist, um vor den Taliban zu fliehen.
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