Die Grünen-Fraktion im Leverkusener Stadtrat ist nach eigenem Bekunden „überrascht über die Pressemitteilung des Oberbürgermeisters zur Mülheimer Brücke.“ Dass die Rheinquerung für Leverkusen von großer Bedeutung sei, stehe außer Frage. „Umso weniger erschließt sich, weshalb über eine Pressemitteilung der Stadt Leverkusen aus einem Antrag der Kölner Grünen ein öffentlicher Gegensatz konstruiert wird“, kritisiert die Ratsfraktion und betont, dass sie „ausdrücklich Investitionen in eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur“ begrüße. „Die Mülheimer Brücke ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen für Leverkusen. Daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Gerade deshalb sollten wir die Debatte sachlich führen. Der Antrag der Kölner Grünen ist ein wichtiger Impuls, jahrzehntelang gewachsene Verkehrsstrukturen in einer Großstadt neu zu denken“, betont die Leverkusener Fraktionsvorsitzende Claudia Wiese. Davon könne auch Leverkusen profitieren. Jede Investition in den öffentlichen Nahverkehr und in den Radverkehr schaffe attraktive Alternativen zum Auto und trage dazu bei, die Straßen für diejenigen zu entlasten, die weiterhin auf das Auto angewiesen seien. Die Grünen unterstreichen, dass Mobilität nicht an Stadtgrenzen ende: „Die Verkehrsbeziehungen zwischen Köln und Leverkusen sind eng miteinander verflochten. Entscheidungen über wichtige Verkehrsachsen sollten deshalb stets die Auswirkungen auf die gesamte Region berücksichtigen. Eine moderne Verkehrspolitik gelingt nur im Schulterschluss der Kommunen – und mit dem Mut, bestehende Verkehrsstrukturen weiterzuentwickeln.“ Der Schwerpunkt solle darauf liegen, die zahlreichen Baustellen in Leverkusen zügig abzuschließen und die Verkehrsinfrastruktur verlässlich zu modernisieren. Wiederholte Verzögerungen belasteten Pendler, Anwohner und die Wirtschaft erheblich.