Brände zwingen Hunderttausende zu Flucht
Muss französische Großstadt evakuiert werden?
26.07.2026 – 18:29 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Feuerwehrmann bei Marcheprime in der Nähe von Bordeaux: 8.000 Menschen am Stadtrand von Bordeaux mussten sich schon in Sicherheit bringen. (Quelle: AP Photo/Emma Da Silva/dpa-bilder)
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Unkontrollierte Feuer zwingen in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht. Muss die Großstadt Bordeaux evakuiert werden?
Die beispiellosen Brände in Frankreich und Spanien haben bis zum Wochenende mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. In Südwestfrankreich breiteten sich die Flammen nahe Bordeaux laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt „unkontrolliert“ aus und rückten am Sonntag bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Großraums der Stadt heran. In Spanien mussten Zehntausende nahe Madrid ihre Häuser verlassen; bei Valencia brach ein neues Feuer aus.
In Frankreich war vor allem der Südwesten des Landes betroffen. Innenminister Nuñez bezeichnete die Lage bei Bordeaux im Département Gironde am Sonntag als „sehr ungünstig“. Das Feuer sei in der Nacht wieder „äußerst intensiv und unberechenbar“ geworden.
Zuvor hatte der Innenminister betont, Frankreich habe noch nie Brände in diesem Ausmaß erlebt, und versprach, „alles zu tun“, um die Stadt Bordeaux zu schützen. Bürgermeister Thomas Cazenave schloss am Sonntag eine Evakuierung der Großstadt vorerst aus. Er fügte hinzu: „Wir sind sehr wachsam. Wir sind auf alles vorbereitet“. Die Behörden forderten zuvor 8.000 am Stadtrand lebende Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.
42.000 Hektar Land in der Gironde verbrannt
Die Brände in der Gironde breiteten sich nach Angaben der zuständigen Präfektur wegen trockener Vegetation und böigen Winds „rasch“ aus. 220.000 Menschen waren nach offiziellen Angaben bis Sonntagmittag von einer Evakuierungsaufforderung betroffen. Sie ist damit eine der bislang größten in Frankreich infolge von Bränden. Die Behörden des Départements hatten zuvor 55.000 weitere Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
42.000 Hektar Land in der Gironde fielen nach Angaben der Präfektur bislang den Flammen zum Opfer. Damit zählen die Brände in der Gegend zu den größten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. 1949 hatte ein Großbrand im Gebiet der Gascogne etwa 50.000 Hektar zerstört.
Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien wurde wegen der Brände auf einer Länge von 60 Kilometern gesperrt. Der Bahnverkehr in Gegenden südlich von Bordeaux wurde laut der Bahngesellschaft SNCF ausgesetzt. Die Schlussetappe der Tour de France wurde verkürzt.
1.500 Soldaten löschen Waldbrände in Frankreich
Ein Brand im südwestlichen Département Landes war am Sonntagmorgen laut der zuständigen Präfektur „besser“ eingedämmt, aber noch nicht gelöscht. Dort seien 3.600 Hektar Land vernichtet worden, bilanzierte Innenminister Nuñez.
Auch anderenorts in Frankreich loderten Brände, darunter auf der Mittelmeerinsel Korsika. Im Département Var im Südosten sei durch Mistral-Wind eine Verschlechterung der Lage zu befürchten. Vorsorglich seien dort 3.000 Menschen aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen, sagte Nuñez.

