Jubel bei den Dortmunderinnen

Reportage

Stand: 26.07.2026 • 21:02 Uhr

Das 3×3 war einer der Höhepunkte bei den Finals. Die Arena am neuen Rathaus platzte immer aus allen Nähten. Der Straßen-Basketball mit seiner Party-Atmosphäre kam sehr gut an. Den Sieg sicherten sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen die Nationalteams.

Bei genau 1:17 blieb die Uhr stehen. Dann begann das Feuerwerk. Nach Pass von Olympia-Siegerin Marie Reichert an zwei Gegenspielerinnen vorbei entschied Victoria Poros das Finale gegen Wedel mit einem lockeren Korbleger für Dortmund mit dem 21:13 vorzeitig.

„Ich wusste genau, dass ich den Ball reinmachen muss – und dachte, dass ich den Korb deshalb nicht machen würde“, sagte Nationalspielerin Poros wenig später und lachte. „Aber dann ist der Druck abgefallen.“ Der Rest war Jubel und Party. Unter dem großen 3×3-typischen Kuppelzelt waren die Basketballerinnen und die Fans vor dem strömenden Regen am Sonntagabend sicher.

So sehen Siegerinnen aus (v.l.): Sarah Polleros, Ama Degboen, Victoria Poros und Marie Reichert.

Dortmund steht drauf, das Nationalteam war drin

Druck hatten Poros, Reichert, Ama Degbeon und Sarah Polleros bei den Finals reichlich. Bundestrainer Hanno Stein sprach von der „größten Fallhöhe“. Schließlich stand zwar SVD 49 Dortmund drauf, das Nationalteam war aber drin.

Mit einer Wildcard ausgestattet, war Dortmund mit Blick auf die Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr gewählt worden, um ein bisschen Werbung zu machen. Und SVD-Präsident Henrik Sojka posierte hinterher auch mit „seinem“ Team für Sieger-Fotos. Eine Frauen-Abteilung hat der Club aber eigentlich gar nicht.

Reichert: „Die Finals waren mega cool“

In Hannover zeigten sich allerdings die besten Teams des Landes – und das nicht nur unter den Augen des Bundestrainers (Stein: „Ich habe wirklich jedes Spiel gesehen.“), sondern auch immer vor vollbesetzten Tribünen.

„Die Finals waren mega cool“, sagte Reichert, die in Paris 2024 Gold mit Deutschland gewonnen hat. „Paris toppt nichts mehr. Aber man konnte an allen drei Turniertagen spüren, wie viel Bock Hannover auf 3×3 hat. Das hat mich sehr gefreut“, fügte die Weltklassespielerin, die in Hannover am Bundestützpunkt ist, hinzu.

Auch bei den Männern gewinnt das Nationalteam.

Hatte beim deutschen Olympia-Sieg noch Dirk Nowitzki als einer der ersten gratuliert, war es diesmal NBA-Star Dennis Schröder, der am Samstag bei den Finals die entscheidenden Spiele der Männer verfolgt hat. Die gut 1.000 Plätze in der Arena waren ebenso voll besetzt, wie der gesamte Bereich vor dem Neuen Rathaus, von wo aus man noch einen Blick auf den Court hatte.

Der Sieg bei den Männern ging an die Baskets Bonn.

Sogar schon zwei Minuten vor Schluss sicherte Denzel Agyeman für die Baskets Bonn mit seinem Zweier zum 22:12 gegen die Skyliners Frankfurt den Titel. Auch hier war der Sieger eigentlich das Nationalteam, spielten doch neben Agyeman auch Fabian Giessmann, Linus Beikame und Lennart Schultz mit. Allerdings sind die Baskets neben Hannover auch wirklich ihr Club.

Emotionaler Sieg für Hannover um Bronze

Bei den Frauen hatte es schon im Spiel um Platz drei einen emotionalen Höhepunkt und den vielleicht lautesten Jubel der Finals gegeben. Mit der Schlusssirene entschieden die TKH Luchse das fast schon verloren geglaubte Spiel gegen Düsseldorf doch noch für sich.

Dafür gab es Standing Ovations des Publikums für die Lokalmatadorinnen. „Es hat so viel Spaß gemacht“, sagte Meret Kleine-Beek, die ebenfalls Nationalspielerin ist und von Reichert und Co. sehr herzlich beglückwünscht wurde, bevor die selbst im Finale dran waren.

Finals-Siegerin Polleros: „Kulisse war extrem cool“

Im Endspiel stand der „Nationalmannschaft“ mit Wedel eine Auswahl aus U-Nationalspielerinnen gegenüber. Und die bekamen dann nicht zuletzt von der bärenstarken Polleros die Grenzen aufgezeigt. „Bei uns hat einfach die Teamchemie gestimmt – und die Kulisse hier in Hannover war extrem cool“, sagte die 24-Jährige, die normalerweise im spanischen Gernika spielt.

Hannover macht den Bundestrainer sprachlos

Bundestrainer Stein zog ein sehr positives Fazit: „Ich bin sprachlos und hocherfreut.“ Viele Spielorte auf der Welt, wenn die Nationalspielerinnen um die Olympia-Qualifikation spielen, könnten nicht mit Hannover mithalten. „Fantastisch“ fand er die Finals-Tage. Es gehe weiter darum, in Deutschland und der Gesellschaft das 3×3 als olympischen Sport zu verankern. „Und da haben wir wieder einen super Schritt gemacht.“