Der Christopher Street Day (CSD) in Berlin ist in der Nacht zum Sonntag Ziel eines mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags geworden. Spitzenvertreter aus Politik und Gesellschaft drückten ihre Anteilnahme mit den Opfern aus und kündigten eine entschiedene Reaktion des Staates an. Der mutmaßliche Attentäter wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz tödlich verletzt.
Am Sonntagnachmittag versammelten sich tausende Menschen zu Trauerkundgebungen am Brandenburger Tor und am Tatort im Tiergarten. Auf dem Pariser Platz legten Menschen den ganzen Tag über Blumen nieder, zündeten Kerzen an und umarmten sich. „Wir werden weiterkämpfen, wir werden tanzen“, stand auf einem Banner. „Hass ist tödlich“, hieß es auf einem anderen.
Bei einer Demonstration am Nachmittag wurden Lieder gesungen, eine Schweigeminute abgehalten und Reden gehalten. In Redebeiträgen hieß es, der Anschlag sei ein Angriff auf die Gemeinschaft und die Demokratie gewesen. Dem werde man aber widerstehen. Die Polizei musste am Nachmittag zeitweise den Zulauf einschränken, weil der Platz voll war. Die Veranstalter sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern, die Polizei von rund 5.000.
Am späten Abend wurde der Brandenburger Tor in Regenbogenfarben angestrahlt. Auf dem Berliner Wahrzeichen war auch der Schriftzug „Berlin, Stadt der Freiheit“ zu lesen.