Geplant war ein Sommerausflug mit Mittagessen auf der Insel Ufnau. Das Mittagessen war fein, der ungeplante Besuch der «art ufnau 2026» mit Werken von Carlo Borer, Carla Hohmeister, Beate Frommelt, Pius Morger und Micha Aregger unvergesslich.

In der bezaubernden Insellandschaft der Ufnau weckt die Klanginstallation «Insel der Sehnsucht» von Pius Morger (geb. 1957) Assoziationsräume, die einen in Vergangenheit und Zukunft, vor allem aber in das Wahrnehmen unerwarteter Klänge einladen. Je nachdem, wie Betrachtende sich den Installationen nähern, entstehen und vergehen Klänge mit den Bewegungen der Horchenden, der Sehenden, der durch Licht, Klang und Natur Bewegten.

Pius Morger: Insel der Sehnsucht (Foto © Gabriel Schwyter)

«Insel der Sehnsucht» (Video von bs). Achten Sie auf Klänge, Geräusche, Stille.

In der Kapelle St. Martin begegnen wir der «Wolke» von Carla Hohmeister (geb. 1973 in Bad Ragaz) und von Beate Frommelt (geb. 1973 im Fürstentum Lichtenstein). Unser Blick wandert von den irdischen Kirchenbänken über die Wolke zu himmlischen Szenarien.

Das Gemeinschaftswerk «Wolke» von Carla Hohmeister und Beate Frommelt ist in der Kapelle St. Martin ausgestellt. (Foto © Gabriel Schwyter). «Wolke»  (Video von bs)

Die von Carla Hohmeister geschaffenen «Gesichtspunkte» laden ein zur Identitätssuche. «Porträts» ergeben sich aus zahlreichen gefärbten Holzquadern, die je nach Abstand des Betrachters zu einem «Gesicht» werden und sich wieder in Fragmente auflösen. Identitäten, die entstehen, sich verändern und vergehen.

In ihrer Werkserie «Gesichtspunkte» richtet Carla Hohmeister den Blick auf das menschliche Antlitz. (Foto © Gabriel Schwyter). «Gesichtspunkte» (Video von bs)

Skulpturen von Carlo Borer (geb. 1961 in Solothurn) aus Aluminium reflektieren auf ihren spiegelnden Oberflächen die umliegende Landschaft. Wechselnde Perspektiven der Betrachterinnen und Betrachter führen zu immer wieder neuen Erfahrungen der Skulpturen und der darin gespiegelten Welten.

Carlo Borer: Transformer. Die Skulptur aus Metall verbindet technische Präzision mit einer dynamischen Formensprache. (Foto © Gabriel Schwyter)

Micha Aregger (geb. 1976 in Buttisholz) überrascht am Wegrand oder in der freien Landschaft der Insel mit biomorphen Objekten. Dabei lässt er sich von Prinzipien des Wachstums und von mathematischen Gesetzmässigkeiten in der Natur inspirieren. Sie fügen sich in die Landschaft ein, spielen mit natürlichen Formen, bleiben aber künstlich. Die Natur lässt sich abbilden, aber Kunst kann nicht Natur werden.

Micha Aregger: Grosser Succus. Die biomorphe Skulptur erinnert an natürliche Wachstumsformen. (Foto © Gabriel Schwyter)

Micha Aregger, Schwämme. Zwischen Natur und Kunst angesiedelt,verweisen die Objekte auf unsichtbare Wachstumsprozesse. (Foto © Gabriel Schwyter)

Die Insel Ufnau ist von verschiedenen Häfen am Zürichsee mehrmals täglich mit der ZSG (Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft) erreichbar. In der Inselwirtschaft gibt’s was zu trinken, Fischknusperli und vieles mehr zu essen. Die Ausstellung ist kostenlos zugänglich und dauert bis 18. Oktober 2026. Infos zur Ausstellung und zu Veranstaltungen auf der Ufnau finden Sie hier.

Titelbild: Die hochglänzende Edelstahlskulptur «Stalagmite» von Carlo Borer reflektiert ihre Umgebung und tritt in einen ständigen Dialog mit Licht, Landschaft und Betrachterinnen und Betrachtern. (Foto © Gabriel Schwyter)