Er kann sich noch genau an jenen Moment in Dresden erinnern. Der Trabbi, das Paar am Straßenrand, ein kahler Baum, Nebel, ein Hauch Melancholie: „Da lag so eine besondere Stimmung in der Luft“, erzählt Jürgen H. Wustmann. Deswegen drückte er damals den Auslöser. Heute, 45 Jahre später, spürt er diese Stimmung immer noch, wenn er das alte Bild betrachtet: Es hängt inzwischen an einer Wand im Stadtmuseum und erzählt von Dresden vor der Wende. Und es erzählt auch von Jürgen H. Wustmann, der an jenem Tag etwas wahrnahm, was Mitreisenden verborgen blieb: die Atmosphäre, die die Stimmung eines Landes widerspiegelte. „Dieses Bild erzählt viel über das Leben in Dresden vor der Wende“, sagt Wustmann.