In Haldensleben im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) haben Zollkräfte eine verlassene illegale Zigarettenproduktionsanlage entdeckt und große Mengen Tabak, Zigaretten und Vormaterialien sichergestellt.
Einsatzkräfte des Zolls haben in Haldensleben und mehreren weiteren Orten im Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) eine illegal betriebene Zigarettenherstellungsfabrik sowie große Mengen unversteuerter Ware beschlagnahmt. Sichergestellt wurden rund acht Millionen unversteuerte Zigaretten, 40 Tonnen Tabak und mehr als 300 Paletten mit Vormaterialien wie Filter, Papier und Verpackungen. Der Einsatz fand am Dienstag, 21. Juli, statt.
Monatelange Ermittlungen in Haldensleben
Vorausgegangen waren monatelange verdeckte Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Hannover, Dienstsitz Magdeburg, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg. Dabei geriet das Fabrikgelände in Haldensleben in den Fokus der Zollfahnder. Bei der Durchsuchung wurde die illegale Zigarettenproduktionsanlage nach Angaben des Zolls verlassen vorgefunden, Festnahmen gab es nicht.

Der Zoll stellte Millionen Zigaretten sicher.
Foto: Zoll
Zigaretten Tabak und Vormaterialien sichergestellt
Die acht Millionen Zigaretten waren laut Mitteilung zum Großteil bereits fertig verpackt und für den Abtransport vorbereitet. In der Halle stellten die Ermittlerinnen und Ermittler zudem große Mengen Filter, Papierhülsen sowie bedruckte Kartonzuschnitte für Zigarettenschachteln und Folien sicher. Der Steuerschaden für die mutmaßlich gefälschten Zigaretten wird mit 1,5 Millionen Euro beziffert, für den sichergestellten Tabak mit weiteren 3,8 Millionen Euro.

Mitarbeiter des Zolls durchsuchten die illegale Produktionsstätte.
Foto: Zoll
Unterkunftsbereich und weitere Ermittlungen
Die Produktionsstätte war nach Angaben des Zolls aufwendig auf einem im Außenbereich gelegenen ehemaligen Fabrikgelände eingerichtet und unter anderem mit Geräuschdämmung sowie einer Videoüberwachungsanlage abgeschirmt. In dem Hallenkomplex gab es außerdem einen größeren Unterkunftsbereich, in dem Arbeiter mutmaßlich mindestens 22 Personen über längere Zeit unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht gewesen sein sollen. Die Ermittlungen gegen die Hinterleute werden durch das Zollfahndungsamt Hannover, Dienstsitz Magdeburg, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg weitergeführt und dauern an. (pm/fk)