Renovierung in Cadaqués: Architektin Núria Selva erweckte diese Strandwohnung mit mediterranen Farben und Materialien behutsam zu neuem Leben.
Der traumhafte Küstenort Cadaqués ist nicht nur für seine weißen Häuschen und blauen Türen, sondern auch als Rückzugsort vieler bekannter Künstler:innen bekannt. Das ehemalige Fischerdorf in Katalonien wird wohl am engsten mit Salvador Dalí in Verbindung gebracht, der hier viele Jahrzehnte lebte und arbeitete. Doch auch Pablo Picasso, Marcel Duchamp, Joan Miró und Óscar Tusquets Blanca verbrachten dort prägende Zeiten oder lebten zeitweise in Cadaqués. Letzterer entwarf in der Gemeinde an der Costa Brava mehrere Wohnhäuser, die bis heute erhalten sind. Das erste Gebäude, das er dort errichtete, entstand ab 1968 in Zusammenarbeit mit Lluís Clotet – damals war der Architekt gerade einmal 27 Jahre alt.
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Die Wohnanlage „Solitari 2“ errichtete Óscar Tusquets Blanca 1968/1969 in Zusammenarbeit mit Lluís Clotet. Das Gebäude soll in seinem Inneren ein kleines Dorf nachbilden. Es war so beliebt, dass Emilio Bofill, der Vater von Ricardo Bofill, eine der Wohnungen kaufte.
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Schlichte, authentische Möbel, die eng mit der mediterranen Wohnkultur verbunden sind, schaffen eine luftige Ausstrahlung und ungekünstelte Gemütlichkeit. Ein Esstisch aus massiver Eiche wurde mit „Cadaqués“-Stühlen aus Pappelholz und Schilf von Ekoideas kombiniert. Leuchten von Marset und Santa & Cole.
Meritxell Arjalaguer / Styling: Mar GausachsBehutsame Renovierung
Das Haus, das moderne Architektur mit Respekt für die Umgebung verband, zog einst auch den renommierten katalanischen Architekten und Stadtplaner Oriol Bohigas an, der dort einige Zeit in einer der Wohnungen lebte. Heute ist sie das Zuhause einer Psychologin und Forscherin, „einer Frau mit einem sehr ausgeprägten Gespür für Räume und einer sehr bewussten Art, Entscheidungen zu treffen“, so Núria Selva von NSV Studio. Das in Barcelona ansässige Architekturbüro stellte sich der Herausforderung, eine von Óscar Tusquets gebaute Wohnung in die Gegenwart zu holen, ohne dass es auch nur im Geringsten den Anschein erweckt, sie sei verändert worden. „Die Kundin wollte die Wohnung renovieren, ohne ihre Ursprünge zu überdecken. Sie wollte weder ein völlig neues Interieur noch einen umfassenden Umbau, der die bestehende Architektur entfremden würde. Die Eigentümerin wünschte sich stattdessen einen modernisierten Raum, der die Essenz des Hauses bewahrt und so wirkt, als wäre er schon immer so gewesen.“
Das Ziel der Renovierung bestand darin, den Grundriss und die Wohnqualität des Apartments zu verbessern. Zu Beginn war der Wohnbereich stark unterteilt, und die Küche befand sich als geschlossener Raum in der Mitte. „Bei der neuen Raumaufteilung haben wir die Küche an den Rand verlegt und sie zum Wohn- und Esszimmer hin geöffnet, wodurch ein großzügigerer, lichtdurchfluteter Wohnbereich entstanden ist, der zur Terrasse und zum Meer hin blickt“, erklärt das Architekturbüro. Auch der Schlafbereich wurde neu gestaltet: Das Hauptschlafzimmer umfasst nun ein eigenes Badezimmer mit großzügiger Dusche und direktem Zugang zum Hinterhof.