Spontan hatte der CSD-Verein Augsburg am Montagmorgen eine Mahnwache anlässlich des Anschlags auf den CSD in Berlin angemeldet und über die sozialen Netzwerke aufgerufen, am Abend zum Augsburger Rathausplatz zu kommen. „Das war kein Angriff auf die Gesellschaft, wie Bundeskanzler Friedrich Merz gesagt hat. Es war ein Angriff auf die queere Community“, sagte Vorstandsmitglied Emma Heinle. Sie wollten mit ihrer Mahnwache Zusammenhalt nach innen und auch nach außen demonstrieren.

Dem Aufruf folgten nach Schätzungen der Polizei rund 300 Personen, teils mit Pride-Fahnen, Taschen und T-Shirts in Regenbogenfarben. Sie hielten inne, um an die bei dem Anschlag getötete Frau und den 29 teils schwer verletzten Personen zu denken. Am Samstagabend war in der Nähe des Potsdamer Platzes ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. In Augsburg war die Polizei mit einem Großaufgebot an Kräften vor Ort – der Straßenbahnverkehr wurde während der Veranstaltung eingestellt. Veranstaltungen der queeren Community würden immer mit einer erhöhten abstrakten Gefahr eingestuft, so Einsatzleiter Sascha Wieser. Der Anschlag in Berlin habe aber natürlich auch in die Bewertung der Polizei hineingespielt.

Verschiedene Redner ergriffen das Wort. Emma Heinle sagte: „Unser Antrieb war schon immer die Liebe und nicht der Hass.“