Bielefeld. Beim Christoper-Street-Day (CSD) in Berlin kam es am Samstagabend, 25. Juli, zu einem Terrorangriff auf der Straße des 17. Juni. Der Täter ist mit einem Transporter im Berliner Tiergarten in die Menge gefahren. Dabei starb eine Frau, weitere 29 Menschen wurden verletzt, drei davon lebensbedrohlich. Später wurde der mutmaßliche Täter von der Polizei erschossen.

Am Sonntag, 26. Juli, riefen in Bielefeld mehrere Vereine zu einer Mahnwache auf. Mehr als 300 Menschen trafen sich zu einem stillen Gedenken am Leineweber-Denkmal im Altstädter Kirchpark. Neben betroffenen Menschen, die am Sonntag ihre Anteilnahme in Bielefeld gezeigt haben, waren auch Bielefelder direkt vor Ort beim CSD.

Einer von ihnen ist Benedikt Getta. Er war lange bei der Kirche am Klosterplatz beschäftigt und ist aktuell noch als Autor für die NW-Rubrik „Das Wort am Sonntag“, die donnerstags mit den kirchlichen Nachrichten erscheint, aktiv. Getta ist selbst Teil der queeren Community und war gemeinsam mit Freunden in Berlin, um für seine Rechte auf die Straße zu gehen. „Ich war das ganze Wochenende in Berlin. Vom Anschlag selbst hab ich aber nicht so viel mitbekommen“, sagt der 34-Jährige.

Früh von der Straße des 17. Juni in Berlin entfernt

Er habe sich gemeinsam mit einem Freund bereits gegen 20 Uhr vom Bereich rund um den Tierpark und die Straße des 17. Juni entfernt. „Wir wollten uns etwas zu essen holen und waren in einem Restaurant an der Fuggerstraße“, erzählt er. Das sei zu Fuß ungefähr 20 Minuten vom Tatort entfernt. Auf Instagram schreibt er, wie er von dem Anschlag erfahren hat: „Und dann, beim Abendessen, die Nachricht vom Anschlag. Unweit von der Route, die ich anderthalb Stunden zuvor noch ganz unbeschwert gelaufen bin.“

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Ein Freund habe sich erkundigt, ob er in Sicherheit sei: „Ich wusste gar nicht, worum es geht. Im Internet hab ich dann nur eine Eilmeldung von der Bild-Zeitung gefunden, sonst nichts.“ Es sei ein komisches Gefühl gewesen. Auch noch am Morgen danach auf dem Weg zum Berliner Hauptbahnhof. „Wir sind direkt an der Stelle vorbeigefahren. Wir standen am Abend davor ja auch genau da und haben gefeiert“, erzählt Getta.

Reaktionen in den sozialen Medien schockieren besonders

Den Bielefelder haben im Nachhinein vor allem die Reaktionen in den sozialen Medien beschäftigt. In den Kommentarspalten verschiedenster Nachrichtendienste hätten nicht nur alle ihr Mitgefühl geäußert. So sei das Attentat von einigen instrumentalisiert worden. „Es waren Kommentare zu finden, wie ‚Schade um das Auto‘ oder ‚Wieso hat er nicht mehr Menschen erwischt‘. Das schockiert einen total.“