„Jetzt erst recht!“ – der Verein DUPride als Veranstalter des Duisburger Christopher Street Day (CSD) ruft nach dem Anschlag auf den CSD Berlin zu echter Solidarität und politischem Handeln auf. Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag auf den Christopher Street Day in Berlin versammelten sich am Sonntagabend zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache vor dem Duisburger Rathaus.

DUPride habe die Stimmung der Anwesenden aufgenommen und ziehe daraus eine klare Forderung, so Vereinsvorstand Christian Karus: Politik und Bundesregierung müssten jetzt wirkliche Schritte zur Antidiskriminierung der queeren Bevölkerung gehen – statt es bei Worten zu belassen.

„Wir haben von dem Anschlag erfahren, kurz nachdem wir in Duisburg abgebaut hatten – nach einem starken, lauten, bunten Tag. Vorne an der 25 Meter langen Regenbogenflagge mit Bärbel Bas zu laufen, das war echte Solidarität zum Anfassen. Wenige Stunden später dann die Nachricht aus Berlin. Der Kontrast hätte kaum größer sein können“, sagt Karus.

Bei der Mahnwache in Duisburg sei deutlich geworden: Die Trauer sitzt tief – doch genauso deutlich wurde der Wille, sich nicht einschüchtern zu lassen. „Die Straßen gehören auch uns. Wir verstecken uns nicht“, so der Verein.

DUPride richtet einen klaren Appell an die Politik: Wer queere Veranstaltungen abwertend als „Zirkuszelt“ bezeichnet, gleichzeitig Förderprogramme kürzt und die Community aus dem Blick verliert, handele nicht solidarisch – und stelle sich gegen den im Grundgesetz verankerten Grundsatz der Gleichheit aller Menschen.

„Von Gleichheit kann keine Rede sein, solange eine nicht kleine Minderheit der Bevölkerung diskriminiert wird, in Angst lebt und sich verstecken muss“, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Verein fordert daher einen wirksamen, dauerhaften Schutz queeren Lebens im Grundgesetz sowie ein klares, glaubwürdiges Bekenntnis der gesamten Gesellschaft zur Solidarität mit der queeren Community – über Lippenbekenntnisse hinaus.