So einen Besuch gab es im Berufsbildungszentrum von pro dogbo in den fast 25 Jahren seines Bestehens noch nicht: Die in Benin akkreditierten sechs Botschafter und Botschafterinnen der EU statteten dem Projekt in der vergangenen Woche einen mehrstündigen Besuch ab. Die Delegation bestand aus den Botschaftern Stéphane Mund von der Europäischen Union, Sandrine Platteau aus Belgien, Nadège Chouat aus Frankreich, Stefanie Afonso aus Luxemburg, Joris Jurriens aus den Niederlanden und Stefan Buchwald aus Deutschland.
Der deutsche Botschafter hatte zuvor seinen Amtskollegen vorgeschlagen, das Ausbildungsprojekt von pro dogbo in Dogbo im Rahmen einer Rundreise durch das Departement Couffo zu besuchen und sich die Ergebnisse einer langjährigen Partnerschaft auf Augenhöhe anzusehen. Diese Zusammenarbeit besteht nun seit 15 Jahren zwischen dem deutschen Verein pro dogbo und dem beninischen Partnerverein Education Service International, der vor Ort die Projektkoordination mittlerweile eigenständig übernommen hat.
Besucher waren beeindruckt von der Kooperation
„Modellhaft“, wie die Diplomaten der EU vor Ort feststellten. Auch die Direktorin der Europa-Abteilung des beninischen Außenministeriums, Albine Carmen Morgean, beeindruckte, dass die Kooperation zwischen den deutschen und beninischen Partnern so viele konkrete Ergebnisse für die Jugend in der Region hervorbrachte.
Projektleiter Jules Tohountode begrüßte seine Gäste mit einem Überblick über die Entstehungsgeschichte der beiden Nichtregierungsorganisationen und erinnerte daran, dass der Klever Verein pro dogbo bereits 2005 seinen ersten Vertrag mit der beninischen Regierung unterzeichnen konnte. Der heutige Partnerverein Education Service International (ESI) gründete sich 2010. Daher sei der Besuch der EU-Botschafter eine große Anerkennung der langjährigen Projektarbeit, meinte Projektleiter Tohountode.
Insgesamt wurden schon 787 Ausbildungen finanziert
Seit Bestehen der vom Niederrhein aus gestarteten Ausbildungsinitiative in Benin wurden 787 junge Menschen in den verschiedenen Berufsrichtungen ausgebildet. Parallel dazu wurden 26 voll ausgestattete Schulgebäude im Departement Couffo errichtet, um die Lernbedingungen für Tausende von Schülern zu verbessern. In jeder der 26 Schulen mit 78 Klassenräumen lernen nun circa 150 Mädchen und Jungen, knapp 4000 Kinder insgesamt – unter deutlich besseren Bedingungen als anderswo. Die Schulgebühren und Kosten für Schulmaterialien für mehr als 600 bedürftige Schüler und Schülerinnen werden in jedem Jahr übernommen.
In Begleitung des Bürgermeisters der Gemeinde Dogbo und des Vertreters des Präfekten wurden die Besucher von ehemaligen und aktuell geförderten Auszubildenden und Bewohnern durch die verschiedenen Ausbildungswerkstätten geführt. Die Botschafter besichtigten die Ausbildungsbereiche Bäckerei und Konditorei, Kfz-Mechanik sowie Metallbau und Schweißen und das Wohnheim für die Jugendlichen.
Bei der Führung entstand ein guter Eindruck vom Projekt
Der Austausch mit den Auszubildenden, Jugendlichen und den mittlerweile berufstätigen Frauen und Männern ermöglichte es den Delegationsteilnehmern, sich ein Bild von den Auswirkungen der Projektarbeit in Dogbo zu machen. Lobend stellten die Botschafter fest, dass die Maschinen und Werkzeuge in den Werkstätten aus allen Teilen der Europäischen Union stammen, vor allem aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und Italien.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Projektgelände, das von einem ebenfalls ehemals geförderten Auszubildenden vorbereitet und serviert wurde, reisten die Botschafter der Europäischen Union wieder ab. Die Lehrlinge der Feinbäckerei übergaben den Gästen zum Abschied noch einige Proben ihrer Backarbeit, darunter Croissants, Gebäck und Schokoladenteilchen.