Reagieren Kinder auf Hitze besonders empfindlich? Ja. „Sie gehören zur vulnerablen Bevölkerungsgruppe“, sagt Kinderarzt Dr. Christian Voigt. Ähnlich wie Senioren. Der Sprecher der Kinder- und Jugendärzte in Augsburg und Schwaben hat eine Praxis in Stadtbergen. Er weiß, auf welche Warnsignale Eltern achten sollten. Und mit welchen Tipps Kinder gut durch die heißen Tage kommen.
Deshalb sind Kinder bei Hitze so empfindlich
Aber wieso ist die Hitze für Kinder oft ein größeres Risiko? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Sie schwitzen weniger effektiv, können die Temperatur weniger gut regulieren und heizen dadurch schneller auf, erklärt Voigt. Dazu trägt auch bei, dass sie eine große Oberfläche und im Vergleich dazu meist eine geringe Masse haben. Das Verhältnis von Größe zu Gewicht ist in dieser Hinsicht also ungünstig.
Manche Kinder seien außerdem viel unterwegs. „Durch das Spielen vergessen sie oft das Trinken“, sagt Voigt. Dabei ist Letzteres besonders wichtig, wenn es draußen heiß ist. Auch Warnsignale des Körpers nehmen Kinder laut dem Mediziner oft nicht so wahr.
Hitze: Diese Warnsignale sollten Eltern bei Kindern ernst nehmen
Ein klares Warnsignal sei etwa, wenn das Kind apathisch werde, wegdrifte. Wird der Bub oder das Mädchen nach solchen Momenten nicht sofort wieder klar, etwa durch den Wechsel in einen kühlen Raum oder einen Schluck Wasser, kann es sich laut Voigt um einen Notfall handeln. Dann sollten Eltern mit ihrem Kind unbedingt einen Arzt aufsuchen. Ein deutliches, aber seltenes Warnsignal sei, wenn Kinder an heißen Tagen plötzlich erbrechen.
Kopfschmerzen können ein Hinweis auf einen Sonnenstich sein. Ein weiteres Warnsignal: Bei Hitzeerschöpfung lasse sich bei Kindern manchmal ein Pseudofieber feststellen. Die Ursache für die erhöhte Körpertemperatur ist in diesem Fall die Überhitzung des Körpers.
Kinderarzt aus Stadtbergen hat Hitzetipps für Eltern und Kinder
Damit es gar nicht erst zu diesen Warnsignalen kommt, hat der Kinderarzt Tipps. Babys und Kleinkinder sollten an heißen Tagen zwischen 10 und 17 Uhr am besten gar nicht in die Sonne. Stattdessen: Ruhen und die körperliche Anstrengung gering halten.
Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass der Nachwuchs alle 30 bis 45 Minuten einen großen Schluck Wasser trinkt. Dafür könne man die Kinder etwa vom Spielen zwischendurch reinholen – und ihnen direkt noch eine elektrolythaltige Kleinigkeit zum Essen anbieten, um sie mit wichtigen Mineralstoffen zu versorgen.
Ebenfalls wichtig: Der UV-Schutz. Dazu zählt laut dem Mediziner neben dem richtigen Eincremen mit ausreichend Sonnenschutzmittel auch die Kleidung. Für den Schutz der Haut und des empfindlichen Kopfes. „Für die Kinder sollte es Routine werden, ein Cappy aufzusetzen und sich mit Sonnenschutzcreme einzucremen“, sagt Christian Voigt.