Am 27. Juli gab das brasilianische Außenministerium bekannt, dass es im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) Konsultationen bezüglich der von den Vereinigten Staaten auf bestimmte Waren aus Lateinamerikas größter Volkswirtschaft erhobenen neuen Zölle beantragt habe.
In einer Stellungnahme erklärte das brasilianische Außenministerium , die US-Zollmaßnahmen seien „unbegründet“ und „unvereinbar“ mit internationalen Handelsregeln.
Brasilien unternahm diesen Schritt, nachdem die USA zwei neue Zollrunden auf einige seiner Produkte verhängt hatten, darunter einen 25-prozentigen Zoll auf Waren, die angeblich unlauteren Handelspraktiken unterliegen, und einen 12,5-prozentigen Zoll auf Waren, bei denen angeblich Zwangsarbeit eingesetzt wurde. Gemäß den WTO-Regeln ist die Konsultation der erste Schritt im Streitbeilegungsverfahren zwischen den Mitgliedern.
Am selben Tag fand ein Treffen des chilenischen Außenministeriums mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden und Exporteuren statt, um eine gemeinsame Reaktion auf den von den USA verhängten neuen Zoll von 12,5 % auf bestimmte chilenische Produkte abzustimmen. Ziel des Treffens war es, mögliche Schritte in den Verhandlungen mit Washington zu erörtern und Fälle zu prüfen, in denen eine Zollbefreiung in Frage kommt.
In einer Stellungnahme äußerte der chilenische Außenminister Francisco Perez Mackenna seine Besorgnis über die neuen US-Zölle und forderte Ausnahmen für wichtige Exportgüter, die derzeit hohen Zöllen unterliegen, wie beispielsweise Agrar-, Forst- und Fischereiprodukte.
Er betonte, dass Chile ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet habe und dass dieses Abkommen weiterhin uneingeschränkt gültig sei; daher sei Santiagos Anweisung, die Verhandlungen voranzutreiben.
Das Freihandelsabkommen zwischen Chile und den Vereinigten Staaten trat am 1. Januar 2004 in Kraft. Schätzungen des chilenischen Außenministeriums zufolge werden die neuen Zölle etwa 40 % der chilenischen Exporte in die Vereinigten Staaten betreffen, darunter Waren wie Lachs, Trauben und Wein.
Nach offiziellen Angaben sind etwa 60 % des Wertes der in die USA exportierten chilenischen Waren von den neuen Zöllen befreit. Dazu gehören unter anderem Kupfer (Chiles wichtigstes Exportgut), Lithium, Avocados, Orangen und Kiwis.
Im vergangenen Jahr exportierte Chile Waren im Wert von rund 18 Milliarden Dollar in die Vereinigten Staaten.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/brazil-de-nghi-giai-quyet-thue-quan-voi-my-thong-qua-wto-post1126828.vnp